Politik | Ausland
27.10.2017

UN: Regierung Syriens lässt Menschen womöglich absichtlich hungern

Zwischen Jänner und September habe die Regierung drei Viertel aller Gesuche, die eingeschlossenen Menschen mit humanitärer Hilfe zu versorgen, abgelehnt.

Syrien begeht im Kampf gegen Aufständische nach UN-Angaben womöglich Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

"Ich erinnere alle Seiten daran, dass das absichtliche Aushungern von Zivilisten als Mittel der Kriegsführung die internationalen humanitären Gesetze verletzt und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und/oder ein Kriegsverbrechen sein könnte", teilte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, am Freitag in Genf mit.

Er bezog sich auf die verheerende Situation der mindestens 350.000 Menschen der Region Ost-Ghouta östlich von Damaskus, die seit vier Jahren von Regierungstruppen belagert wird. Zwischen Jänner und September habe die Regierung drei Viertel aller Gesuche, die eingeschlossenen Menschen mit humanitärer Hilfe zu versorgen, abgelehnt. Zuletzt erreichte Ende September ein UN-Konvoi das Gebiet. Seid verwies auf Bilder schwer unterernährter Kinder aus dem Gebiet. Er sprach von einer "Schandtat". In Ost-Ghouta behinderten aber auch Aufständische die Arbeit humanitärer Helfer.