Vitali Klitschko steht an der Spitze der Opposition

© APA/EPA/ANATOLY MALTSEV

Ukraine

Klitschko steuert Präsidentenamt an

Der Schwergewichtler kündigte seine Kandidatur an. Ein Runder Tisch zwischen Regierung und Opposition soll die Wogen glätten.

12/13/2013, 10:53 AM

Vom Boxring in den Präsidentenpalast? Oppositionsführer Vitali Klitschko will für das Amt in der Ukraine antreten. "Ich werde kandidieren", sagte der Box-Weltmeister dem deutschen Sender ARD am Donnerstagabend. Klitschko wurde live aus der Hauptstadt Kiew zugeschaltet. Als seine Visionen nannte Klitschko Reformen, die Schaffung von Arbeitsplätzen und sozialen Garantien sowie die Bekämpfung der grassierenden Korruption. Vorerst hätten die Demonstranten drei Forderungen. Die erste sei die Freilassung von 15 festgenommenen Regierungsgegnern. Außerdem müssten diejenigen bestraft werden, die angeordnet hätten, Demonstranten zu schlagen. Und drittens: "Der Ministerpräsident und die ganze Regierung muss zurücktreten."

Zumindest die erste Forderung könnte erfüllt werden: Präsident Viktor Janukowitsch bietet eine Amnestie an. Dieses Angebot will er Klitschko und weiteren Oppositionellen während eines Runden Tisches machen.Das Gespräch soll noch am Freitag stattfinden, um bald einen Weg aus der Krise zu finden. Auch Klitschko erklärte sich nach anfänglichem Zögern bereit, an der Gesprächsrunde teilzunehmen.

Abkommen ohne Datum

Die EU-Kommission drängte die Regierung zuvor erneut zur Unterzeichnung des bereits ausgehandelten Abkommens. Die EU sichert der Ukraine Finanzhilfen zu, falls sie es abschließt. Die Regierung in Kiew bekräftigte indes ihre grundsätzliche Bereitschaft, das Kooperationsabkommen doch noch zu unterzeichnen, nannte aber erneut kein Datum. Oppositionschef Klitschko machte deutlich, dass er den Erklärungen von Regierungsvertretern nicht traue. "Unser Präsident hat schon zigmal seit drei Jahren versprochen, das Abkommen zu unterschreiben", sagte Klitschko. Stattdessen fliege er nach Moskau.

Kiew hatte zuvor eine Kredithilfe von 20 Milliarden Euro gefordert. Vor dem Ostpartnerschaftsgipfel Ende November in Litauen hatte die EU laut Diplomaten 600 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Auf Druck Moskaus hatte Kiew den Abschluss des Abkommens über Zusammenarbeit und freien Handel aber auf Eis gelegt. Russlands Präsident Wladimir Putin bekräftigte indes den Willen Russlands zur Partnerschaft mit dem Nachbarland. "Wir zwingen niemandem etwas auf. Aber wenn unsere Freunde den Wunsch zur gemeinsamen Arbeit haben, sind wir bereit", sagte er in Moskau bei einer Rede. Er warb dabei erneut für eine Zollunion mit der Ukraine.

Demonstranten harren aus

Den Willensbekundungen zum Trotz weiten die Regierungsgegner ihr Protestlager in Kiew aus. Die Polizei griff zunächst nicht ein. Die unter anderem von Klitschko angeführten Massenkundgebungen gehen bereits in die vierte Woche - ohne Aussicht auf ein Ergebnis.

Brutales Vorgehen der Polizei

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