Politik | Ausland
11.02.2017

Türkische Armee rückt in IS-Stadt Al-Bab ein

Syrische Rebellen und türkische Truppen sind in Al-Bab eingerückt © Bild: APA/AFP/SALEH ABO GHALOUN

Die Hochburg der Extremisten ist seit Montag umzingelt.

Türkische Soldaten und verbündete syrische Rebellen sind nach Angaben von Aktivisten am Samstag in die Extremistenhochburg Al-Bab im Norden von Syrien eingerückt. Die Truppen hätten die westliche Grenze zu Al-Bab durchbrochen und die Kontrolle über mehrere Gebiete übernommen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Al-Bab wird von der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) beherrscht. Die in Syrien breit vernetzte Organisation, deren Angaben von unabhängiger Seite kaum überprüft werden können, berichtete zudem von heftigen Gefechten mit IS-Kämpfern in der Stadt. Al-Bab ist die letzte Hochburg der Jihadisten in der syrischen Provinz Aleppo. Die übrigen Konfliktparteien in Syrien, auch die Regierungstruppen und die mit ihnen verbündeten russischen Streitkräfte, hatten sich im Kampf gegen den IS in Al-Bab zusammengeschlossen.

Die Regierungssoldaten und ihre Verbündeten hatten sich der Stadt von Süden aus genähert, türkische Truppen und Rebellen standen zuletzt im Norden, Osten und Westen vor den Toren der Stadt. Seit vergangenem Montag war Al-Bab praktisch eingekesselt. Die Stadt ist seit 2014 in der Hand des IS.

Mitte vergangenen Jahres hatte die Türkei Truppen nach Syrien geschickt, um gemeinsam mit verbündeten syrischen Rebellengruppen die Jihadisten und kurdische Milizen von der Grenze zurückzudrängen. Vor al-Bab war der türkische Vormarsch jedoch ins Stocken geraten.