Bleibt kämpferisch: Donald Trump.

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US-Wahlkampf
10/15/2016

Trumps Traum zerplatzt

Großspender springen ab, die Umfragewerte sinken, der Wahlsieg rückt in weite Ferne.

von Ingrid Steiner-Gashi

"An einem Punkt muss man in den Spiegel schauen und feststellen, dass man seine Unterstützung für Trump unmöglich gegenüber den eigenen Kindern rechtfertigen kann." David Humphreys, amerikanischer Multimillionär und bisher freigiebiger Spender für republikanische Wahlkämpfer, hat sein Scheckbuch weggesperrt. Etliche andere Großspender tun es dem erbosten Geschäftsmann gleich: Sie kappen ihre Geldflüsse und fordern die Führung der Republikanischen Partei dazu auf, ihre öffentliche Unterstützung für Donald Trump ganz einzustellen.

Doch es sind nicht die schwindenden Geldflüsse, die dem umstrittenen Präsidentschaftskandidaten zu schaffen machen – es ist er selber. "Nicht Hillary Clinton kann ihn schlagen", sagte USA-Experte Reinhard Heinisch, "er besiegt sich selber. Anders gesagt: Er steht sich selbst im Weg."

Von Anfang seines Wahlkampfes an hat der unorthodoxe Kandidat Trump keine Beleidigung ausgelassen. Er hat nicht an Grobheiten und kruden Thesen gespart, ganze Volks- und Religionsgruppen und Länder mit seinen Provokationen verärgert. Und nun auch noch das Tonband mit seinen Äußerungen über Frauen aus dem Jahr 2005, das überall, außer bei seinen treuesten Anhängern Empörung auslöste.

Seither geht es mit freiem Auge sichtbar für Trump bergab. Lag er in den landesweiten Umfragen vor zwei Wochen noch nahezu gleich auf mit seiner demokratischen Kontrahentin, so hinkt er jetzt im Schnitt um sieben Prozentpunkte hinterher. Die Wahrscheinlichkeit eines Wahlsiegs am 8. November liege für den republikanischen Rüpelkandidaten überhaupt nur noch bei 15 Prozent, errechnete der US-Star-Statistiker Nate Silver, der alle Wahlen der vergangenen Jahre richtig errechnete.

Zudem haben sich an die 50 führende Republikaner demonstrativ vom ungeliebten Kandidaten abwendet. Und so manche umkämpfte Bundesstaaten, die bisher eher in Richtung Grand Old Party tendierten, orientieren sich nun hin zu Hillary Clinton. Aus Virginia haben die Republikaner nun gar ihre Wahlkampfteams abgezogen – der Bundesstaat gilt in Sachen Präsidentenwahl für die Republikaner mittlerweile als verloren.

Motivierte Wähler

"In den USA werden Wahlen immer über die Wahlbeteiligung gewonnen und nicht über die politischen Positionen der Kandidaten", schildert Politologe Reinhard Heinisch (Uni Salzburg) dem KURIER. Dabei gelte das Lager Trumps als hochmotiviert, und es werde wohl auch kaum noch schrumpfen, egal, welchen Skandal sich der Milliardär bis zum Wahltag noch leisten könnte.

Neue Wählergruppen aber wird Trump in den kommenden drei Wochen mit seinem Brachialkurs nicht mehr dazugewinnen. Ohne diese aber scheint die nötige Mehrheit für Trump unerreichbar. Dass Hillary Clinton den Sieg schon so gut wie in der Tasche hat, will USA-Experte Heinisch dennoch nicht sagen: "Ich bin vorsichtig. Im ganzen vergangenen Wahljahr war alles ganz anders, als wir erwartet haben."

Donald Trumps Sager

„Wäre Ivanka nicht meine Tochter, würde ich sie vielleicht daten.“
Donald Trump 2006

„,Meine Finger sind lang und schön, wie, es ist gut dokumentiert worden, verschiedene andere Teile meines Körpers auch.“
2006

„Das Schöne an mir ist, dass ich reich bin.“
2011

Arianna Huffington ist unattraktiv – von außen und von innen. Ich verstehe vollkommen, warum ihr früherer Ehemann sie für einen Mann verlassen hat.“
2012

„Aus ihren Augen kam Blut, Blut kam aus ihr heraus ... wo auch immer.“ (über Moderatorin Megan Kelly).“
2015


„Wenn du ein Star bist, lassen sie doch das machen. Greif ihr an die Pussy. Du kannst alles tun.“ ... „Ich nehme noch ein TicTac, falls ich sie küssen muss.“
Tonband von 2005

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