Von 2,3 auf 6 Milliarden: Wie Trump seine zweite Amtszeit mit Kryptos vergoldet
Donald Trump nutzt wie wohl kein anderer US-Präsident vor ihm sein Amt zur persönlichen Bereicherung. Das zeigt einmal mehr der jährliche Finanzbericht aus dem Weißen Haus an das US-Büro für Regierungsethik.
Die Erklärung gibt neue Einblicke in das Ausmaß der Gewinne des Präsidenten aus den Krypto-Aktivitäten seiner Familie. Auf knapp 1.000 Seiten wird aufgeschlüsselt, dass Trump und sein Clan im Jahr 2025 in Summe 1,4 Milliarden Dollar (rund 1,23 Milliarden Euro) eingenommen haben, den allergrößten Teil davon mit Krypto-Geschäften.
So kassierte Trump 635 Millionen Dollar mit sogenannten Meme Coins. Das sind rein digital existierende Münzen, vorstellbar wie virtuelle Spaß- oder Gedenkmünzen. Solche Münzen greifen etwa Bilder aus dem Internet auf und sind über spezielle Plattformen handelbar. Auch Trump selbst ließ bei Amtsantritt einen Meme-Coin namens „$TRUMP“ mit seinem Konterfei auflegen und vermarkten.
Dazu kommt Trumps Beteiligung an „World Liberty Financial“, einem Unternehmen, das sich mit Kryptogeld befasst. Sie brachte dem US-Präsidenten mehr als 500 Millionen Dollar ein. Das Unternehmen hatten unter anderem Trump, seine Söhne und die Kinder von Trumps Sondergesandtem Steve Witkoff gegründet.
Kritiker sehen massive Interessenskonflikte bei Trump, weil er in Kryptos investiert und dabei von Nicht-Regulierungen in diesem Bereich profitiert. „Weder der Präsident noch seine Familie waren jemals in Interessenkonflikte verwickelt – und werden dies auch niemals sein“, erklärte Trumps Vize-Sprecherin Anna Kelly. Der Präsident habe die USA „stolz zur Krypto-Hauptstadt der Welt gemacht“.
Zur runden Milliarde aus den Krypto-Deals kommen etliche Millionen aus Vergleichen mit Medienunternehmen, Spenden oder aus Lizenz-Einnahmen seines Namens für Immobilienentwickler im Ausland. Die Financial Times wurde auch im Kleingedruckten fündig: So nahm Trump 4,7 Millionen Dollar an Lizenzgebühren für Trump-Uhren ein, 1,9 Millionen Dollar für den Bildband Save America, 591.000 Dollar für den Fotoband Letters to Trump, 208.486 Dollar für eine Bibel, 67.634 Dollar für Turnschuhe und Parfüm sowie 35.920 Dollar für eine „45“-Gitarre.
6 Milliarden Dollar
Das summiert sich. Laut US-Wirtschaftsmagazin Forbes hält Trump aktuell bei einem Vermögen von sechs Milliarden Dollar. Damit liegt er auf Platz 691 der reichsten Menschen der Welt. Spannend ist sein Aufstieg im Ranking: Im Jahr 2025 soll sein Vermögen laut Forbes 5,1 Milliarden Dollar betragen haben, im Jahr 2024 lag Trumps Vermögen erst bei 2,3 Milliarden Dollar.
Doch diese Zahlen sind wie fast alles bei Trump hinterfragenswert, auch wenn sich das Weiße Haus selbst für seine umfassende Transparenz in Finanzfragen lobt. Beispielsweise wurde vor bald einem Monat eine aufwendige Analyse der Nachrichtenagentur Reuters veröffentlicht, die die Krypto-Einnahmen der Trump-Familie seit seinem erneuten Amtsantritt mit 2,3 Milliarden Dollar bezifferte.
Selbstverständlich nimmt ein Mann wie Trump auch gerne Spenden und Geschenke an.
Er bekam laut Finanzerklärung zehn Super-Bowl-Tickets im Wert von 50.000 Dollar von US-Sportfunktionärin und Multi-Milliardärin Gayle Benson. Außerdem zehn Karten für das Fußball-WM-Finale im Wert von 15.000 Dollar von FIFA-Chef Gianni Infantino. Kurz vor der WM hatte sich Trump noch über die hohen Ticketpreise beschwert.
Vor einigen Jahren konnte Donald Trump digitaler Kryptowährungen wie Bitcoin & Co noch wenig abgewinnen: Sie seien kein Geld, ihr Wert sei hochvolatil und aus der Luft gegriffen, meinte er. Doch spätestens im Wahlkampf mit seiner Unterstützung durch Tech-Milliardäre wie Elon Musk hat sich seine Meinung komplett gedreht.
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