Politik | Ausland
05.08.2018

Trump: Sohn wollte von russischer Anwältin Material gegen Clinton

US-Präsident äußert sich zu brisantem Treffen im Wahlkampf und hält es für "völlig legal".

US-Präsident Donald Trump hat ein brisante Unterredung seines Sohnes mit einer russischen Anwältin während des Wahlkampfs 2016 als Treffen zur Beschaffung von Informationen über einen politischen "Gegner" bezeichnet. Das Treffen sei "völlig legal" gewesen, schrieb am Sonntag auf Twitter. Er selbst habe von der Zusammenkunft jedoch nichts gewusst.

Es sind die bisher deutlichsten Erklärungen Trumps zu dem Umstand, dass der Grund des umstrittenen Treffens die Beschaffung von Material gegen seine Rivalin Hillary Clinton im Präsidentschaftswahlkampf gewesen sei. "Das war ein Treffen, um an Informationen über einen Gegner zu kommen, völlig legal und üblich in der Politik - und es führte zu nichts. Ich wusste nichts davon", schrieb Trump auf Twitter. Bereits früher hatte er insistiert, dass er über das Treffen nicht in Kenntnis gesetzt gewesen sei.

Das Treffen zwischen Donald Trump junior und der Anwältin Natalia Weselnizkaja im Juni 2016 spielt offenkundig in den Untersuchungen des US-Sonderermittlers Robert Mueller zu mutmaßlichen russischen Wahlkampfeinmischungen eine zentrale Rolle. Weselnizkaja hatte im Vorfeld belastendes Material über Trumps Rivalin Hillary Clinton angeboten, wie der Trump-Sohn einräumte. Nach seinen Angaben soll sie dieses dann aber doch nicht präsentiert haben. Trump hat stets beteuert, von dem Treffen mit Weselnizkaja erst erfahren zu haben, als US-Medien im Juli 2017 darüber berichteten.

Wechselnde Versionen

Dass es für Trump jr. um Informationen über Hillary Clinton ging, war nicht immer die offizielle Version des Trump-Lagers. Trump jr. hatte anfangs behauptet, sich nie im Auftrag der Kampagne seines Vaters mit russischen Offiziellen getroffen zu haben, was die Anwältin streng genommen auch nicht ist.

Dann sagte er, Weselnizkaja habe mit ihm über russische Waisenkinder sprechen wollen. Auch das ist politisch pikant, denn seit die USA das sogenannte Magnitskij-Gesetz erlassen haben, dürfen Amerikaner als Reaktion des russischen Staates keine russischen Waisenkinder mehr adoptieren. Dieses Magnitskij-Gesetz fror das Vermögen einiger einflussreicher Russen im Zusammenhang mit einem Betrugsfall ein und verbot ihnen die Einreise in die USAWeselnizkaja verteidigte vor Gericht einen der Russen, dem eine Verwicklung in die Affäre vorgeworfen wurde.

Muellers Ermittlungen haben bisher zu Anklageerhebungen gegen 31 Verdächtige geführt, darunter vier frühere Trump-Mitarbeiter. Er untersucht auch, ob Trump nach seinem Amtsantritt versucht hat, die Ermittlungen zu möglichen illegalen Absprachen seines Teams mit Moskau zu behindern. Trump prangert die Ermittlungen regelmäßig als gigantische "Hexenjagd" an.