Trump über Meloni: "Sie hat mich angefleht"
Zusammenfassung
- Trump sorgte mit spöttischen Äußerungen über Giorgia Meloni für Aufsehen und sagte, sie habe ihn beim G7-Gipfel um ein gemeinsames Foto „angefleht“.
- Hintergrund der Spannungen sind Differenzen im Iran-Konflikt, Italiens verweigerte Unterstützung für US-Militäroperationen sowie Melonis Verteidigung von Papst Leo XIV. gegen Trumps Kritik.
- In Italien lösten Trumps Worte heftige Kritik aus, während Meloni trotz der Differenzen betonte, die Beziehungen zu Trump seien weiterhin gut.
US-Präsident Donald Trump hat mit spöttischen Bemerkungen über die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni für Aufsehen gesorgt. In einem Interview mit dem italienischen Fernsehsender La7 sagte Trump, Meloni habe ihn beim G7-Gipfel um ein gemeinsames Foto gebeten. "Sie hat mich angefleht, ein Foto mit ihr zu machen", sagte Trump. Er habe dem Wunsch schließlich entsprochen, weil ihm die Regierungschefin leid getan habe.
Zudem äußerte er sich abfällig über die Bedeutung des Gipfels und erklärte, er hätte nicht mit Meloni sprechen müssen. Die Beziehungen zwischen beiden Politikern galten lange als eng. Meloni war als einzige europäische Regierungschefin zu Trumps Amtseinführung eingeladen worden. Zu Spannungen kam es jedoch zuletzt wegen des Konflikts mit dem Iran. Die italienische Regierung verweigerte den USA die Nutzung eines Luftwaffenstützpunkts auf Sizilien für Militäroperationen. Trump warf Italien daraufhin mangelnde Unterstützung vor.
Heftige Kritik an Trumps Worten in Rom
Trumps Worte lösten in Italien heftige Kritik aus. Die Aussagen Trumps seien "völlig erfunden", schrieb Meloni auf Instagram. Sie sei über Trumps Behauptungen "fassungslos". "Ich und Italien bitten niemals um etwas. Ich weiß nicht, warum sich der US-Präsident gegenüber Verbündeten so verhält. Es ist nicht das erste Mal, dass so etwas passiert", kritisierte Meloni weiter.
Als Reaktion auf Trumps Worte sagte Außenminister Antonio Tajani einen geplanten Besuch in den Vereinigten Staaten ab. Die Aussagen Trumps seien "schwerwiegend und beleidigend" gegenüber der Regierungschefin und damit gegenüber ganz Italien, erklärte Tajani auf der Plattform X. Deshalb habe er entschieden, seine für den 21. und 22. Juni geplante Reise in die USA nicht anzutreten.
Opposition solidarisch
Auch die Opposition sprach Meloni ihre Solidarität aus. Der Senator der oppositionellen Demokratischen Partei (PD), Filippo Sensi, bezeichnete Trumps Aussagen als "inakzeptabel". Niemand könne sich einen derart arroganten Ton gegenüber der Spitze der italienischen Regierung erlauben, schrieb Sensi auf der Plattform X.
Zugleich betonte der Politiker die politischen Differenzen zwischen ihm und Meloni sowie ihrer rechten Regierungskoalition. Dies ändere jedoch nichts daran, dass Italien nicht auf diese Weise behandelt werden dürfe, erklärte Sensi.
Differenzen waren entstanden, nachdem Meloni den neuen Papst Leo XIV. gegen Kritik Trumps verteidigt hatte. Der US-Präsident hatte dem Pontifex zuvor Schwäche in Sicherheitsfragen und Fehlurteile in der Außenpolitik vorgeworfen. Trotz der Spannungen betonte Meloni nach dem G7-Gipfel, die Beziehungen zu Trump seien unverändert gut. Es gebe keine gegenseitigen Vorwürfe, beide Seiten verstünden die jeweiligen Positionen. Bei einem Treffen am Rande des Gipfels scherzten die beiden zudem öffentlich über ihre Beziehung. Auf Trumps Bemerkung, er sei von Meloni "verlassen" worden, entgegnete die Regierungschefin lachend: "Nein, wurdest du nicht."
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