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Trumps Kuba-Blockade jagt ausländische Unternehmen von der Insel

Seit Freitag drohen ausländischen Firmen harte US-Sanktionen. Vier Hotelketten haben angekündigt, sich von der sozialistischen Insel zurückzuziehen.
CUBA-US-SANCTIONS-TOURISM

Das Hotel „Paseo del Prado“ zählte lange zu den Top-Adressen in der kubanischen Hauptstadt Havanna: 250 Zimmer und 36 Suiten, Dachterrasse mit Infinitypool, Blick auf die Uferpromenade – das ganze Programm. Nun steht das Luxushotel jedoch vor einer ungewissen Zukunft. Denn: Die dahinterstehende kanadische Kette „Blue Diamond“ hat angekündigt, Kuba zu verlassen.

Damit ist sie nicht allein. Auch die spanischen Hotelgruppen Meliá und Iberostar sowie die indonesische Gruppe Archipelago International erklärten diese Woche, ihre Geschäftstätigkeit auf der Karibikinsel teilweise oder sogar ganz zu beenden.

Cuba defends military-run GAESA as U.S. sanctions prompt hotel exodus

Hotel "Paseo del Prado": Das "Royalton"-Schild wurde bereits von der Fassade entfernt.

Harte US-Sanktionen

Hintergrund sind harte Sanktionen und sekundäre Zwangsmaßnahmen, die US-Präsident Donald Trump am 1. Mai verkündet hat. Sie richten sich gegen Unternehmen, die mit dem kubanischen Unternehmenskonglomerat GAESA zusammenarbeiten, das einen Großteil der Wirtschaft auf der Insel kontrolliert (Schätzungen reichen von 40 bis 70 Prozent).

Der Trump-Administration ist dieser „Staat im Staat“, wie es US-Außenminister Marco Rubio nennt , ein Dorn im Auge. „GAESA legt niemandem Rechenschaft ab und hortet die Gewinne seiner Unternehmen für den Nutzen einer kleinen Elite“, sagte er in einer Rede an das kubanische Volk zum Unabhängigkeitstag am 20. Mai. Ausländischen Firmen wurde ein Ultimatum gesetzt, um die Zusammenarbeit mit GAESA zu beenden. Am Freitag ist diese Frist abgelaufen.

Tourismus für die Insel wichtig

Für die kubanische Wirtschaft sind die Folgen verheerend. Der Tourismus ist ein zentraler Arbeitgeber und wichtiger Devisenbringer. Und die Branche ist seit der Pandemie ohnehin stark angeschlagen: Besuchten 2018 noch 4,7 Mio. Menschen das Land, waren es im Vorjahr nur mehr 1,9 Mio. Menschen. Im ersten Quartal 2026 lagen die Besucherzahlen sogar noch um 48 Prozent unter jenen vom Vergleichszeitraum 2025.

Denn auch die sich zuspitzende Wirtschaftskrise hält Besucher fern – insbesondere seit das US-Ölembargo in Kraft getreten ist: Seit Ende Jänner drohen Ländern, die Kuba mit Öl versorgen, bekanntlich Sanktionen. Ohne diese Lieferungen ist Kuba aber kaum überlebensfähig: Strom ist Mangelware, weite Teile der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens stehen still. Mitte Mai erklärte die Regierung in Havanna, es gebe auf der Insel „absolut kein Öl und keinen Diesel“. Auch viele Hotels, in denen der Betrieb trotz der gewaltigen Armut auf der Insel lange normal weiterging, sind seit Monaten geschlossen. Weil Kerosin fehlt, stellten zudem mehrere Fluggesellschaften ihre Flüge nach Kuba ganz oder teilweise ein.

Trumps Sanktionen wirken jedoch weit darüber hinaus. Auch internationale Schifffahrts-, Bergbau- oder Bankunternehmen haben angekündigt, Kuba zu verlassen. Frachtschiffe der deutschen Reederei Hapag-Lloyd etwa werden die Insel nicht mehr anlaufen. Das ausländische Kreditinstitut, das bislang Transaktionen mit Mastercard und Visa abwickelte, stellt die Zusammenarbeit mit Fincimex, dem Finanzarm von GAESA, ein. Zahlungen mit beiden Kreditkarten sind damit ab Samstag auf Kuba nicht mehr möglich.

Trump erhöht den Druck

Nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus hat Trump den Druck auf die sozialistische Insel massiv erhöht. Am Donnerstag ließ er Sanktionen gegen Präsident Miguel Díaz-Canel sowie weitere Personen und Behörden verhängen. Seit dem Sturz von Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro, der ein enger Verbündeter Havannas war, hat der US-Präsident zudem mehrfach mit einer „Übernahme“ Kubas gedroht. 

Als Mitte Mai Anklage gegen Kubas Ex-Präsidenten Raúl Castro erhoben wurde, dürften daher in Havanna die Alarmglocken geklingelt sein. Auch Maduros Entführung war eine Anklage – in seinem Fall wegen „Drogenterrorismus“ – vorausgegangen.

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