Politik | Ausland
11.05.2017

Trump: "Entlassung Comeys seit längerem geplant"

Es hätte für den Rauswurf "keinen guten Zeitpunkt" gegeben, sagte Trump.

US-Präsident Donald Trump hatte die Entlassung von FBI-Chef James Comey nach eigenen Worten schon seit längerem geplant. Trump stellte am Donnerstag in einem Interview mit dem Fernsehsender NBC News klar, dass die Initiative für den Rauswurf Comeys von ihm selbst ausgegangen sei: "Ich wollte Comey feuern. Es gibt dafür übrigens keinen guten Zeitpunkt", sagte er.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, hatte hingegen am Dienstag zu der völlig überraschenden Entlassung des Direktors der Bundespolizei gesagt, der Präsident sei damit einer Empfehlung durch die Leitung des Justizministeriums, gefolgt. Das Weiße Haus veröffentlichte auch ein Memorandum des stellvertretenden Justizministers Rod Rosenstein, in dem Comey hart für seinen Umgang mit der E-Mail-Affäre der früheren Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton kritisiert wird. Der Präsident sagte nun jedoch, seine Entscheidung, Comey abzusetzen, habe nichts mit der Empfehlung durch das Justizministerium zu tun. Er warf Comey vor, ein "Angeber" und "Prahler" zu sein und das FBI in "Aufruhr" versetzt zu haben.

Die oppositionellen Demokraten und andere Trump-Kritiker vermuten, dass der wahre Grund für Comeys Entlassung die vom FBI geführten Ermittlungen zur Russland-Affäre sind. Darin geht es um die mutmaßlichen russischen Hackerangriffe auf das Umfeld Clintons im Wahlkampf und die möglichen illegalen Verbindungen von Trump-Mitarbeitern nach Moskau.