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Politik Ausland
04/27/2020

Trump beendet hin und her: Pressekonferenz findet doch statt

Nach den jüngsten Blamagen zögerte der Präsident weiter täglich vor die Presse zu treten.

von Konrad Kramar

Fallende Umfragewerte, immer lautere Kritik auch in der eigenen Partei: Präsident Trump gelingt seine Rolle als souveräner Staatenlenker zunehmend schlechter. Die täglichen Auftritte vor der Presse wurden immer häufiger Schauplatz peinlicher Ausrutscher. Bisheriger Höhepunkt, die Empfehlung von Chlorbleiche und Sonnenlicht als Mittel gegen Corona-Infektion. Die Aussagen sorgten bei Experten für Fassungslosigkeit. Trump selbst sagte später, seine Äußerungen seien „sarkastisch“ gemeint gewesen.

Keine täglichen Auftritte mehr?

Immer mehr seiner Berater und Minister hatten Trump dazu gedrängt, auf die täglichen Pressekonferenzen zu verzichten.Deshalb hatte es schon am Wochenende keine Pressekonferenzen zur Arbeit der Regierungs-Taskforce gegeben.

Am Wochenende stellte der Präsident dann die Pressekonferenzen in Frage: Journalisten würden ihm nur „feindselige Fragen“ stellen und unwahr berichten. Die Pressekonferenzen seien „die Zeit und die Mühe nicht wert“. Unklar war aber, ob dieser Aussage konkrete Schritte folgen würden, etwa eine Streichung der Pressekonferenzen oder eine Änderung des Formats.

Auch Montag war gestrichen

Auch heute Montag sollte die Pressekonferenz gestrichen werden. Doch nach offensichtlich stundenlangem heftigen hin und her hinter den Kulissen des Weißen Hauses, entschied man nun doch sie abzuhalten. Sie findet also um 23 Uhr mitteleuropäischer Zeit statt. Thema soll Trumps Lieblingsthema sein: die Wiederöffnung der Wirtschaft.

Kritik an Wahlkampf-Auftritten

Bei den täglichen Unterrichtungen soll die Öffentlichkeit eigentlich über Neuigkeiten zur Pandemie und den Kampf gegen das Coronavirus informiert werden. Neben Trump treten immer wieder Regierungsexperten wie der angesehene Virologe Anthony Fauci oder die Medizinerin Deborah Birx auf, die die Arbeit der Corona-Expertengruppe koordiniert.
Kritiker werfen Trump allerdings vor, bei den Pressekonferenzen immer wieder falsche oder irreführende Aussagen zu verbreiten und die Termine als Ersatz für Wahlkampfveranstaltungen zu missbrauchen. Nicht nur lobt der Präsident seine eigene Arbeit stets in höchsten Tönen; er greift auch regelmäßig politische Gegner und anwesende Journalisten an.
Seine Angriffe auf Medien setzte Trump am Montag online fort. „Fake News, der Feind des Volkes“, schrieb der Präsident im Kurzbotschaftendienst Twitter. In der US-Geschichte habe es noch nie eine so „gemeine und feindselige“ Presse gegeben wie derzeit. Trump attackiert seit seinem Amtsantritt vor dreieinhalb Jahren regelmäßig Medien, die kritisch über ihn berichten.

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