In New York wird im Eiltempo ein Not-Krankenhaus errichtet

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Politik Ausland
03/27/2020

Traurige Weltspitze: USA überholen China bei Corona-Infektionen

Mit 85.000 Fällen sind die USA in der Corona-Krise das meistbetroffene Land und der Anstieg ist dramatisch.

von Konrad Kramar

Schnelles Wachstum, das ist in den USA ein magisches Wort. Doch in diesem Fall ist das wohl anders. Nach Berechnungen von US-Medien sind inzwischen so viele Infektionen mit dem Coronavirus registriert wie in keinem anderen Land der Welt. Mit 81.378 gemeldeten Fällen überrundeten die USA  am Donnerstag China, wie aus einem Vergleich von
Statistiken der Gesundheitsbehörden hervorging. In China, wo die Pandemie ihren Anfang nahm, wurden demnach 81.285 Infektionen gemeldet, in Italien waren es 80.539.

Nächster Hotspot: New Orleans

In den USA starben bisher mindestens 1.178 Menschen an der durch das Virus ausgelösten Krankheit Covid-19. Sie grassiert derzeit vor allem in der Metropole New York, wo die Hälfte der Hälfte aller in den ganzen USA Infizierten zu finden sind.

Als nächster Brennpunkt gilt unter Experten New Orleans im Bundesstaat Louisiana, wo die traditionellen Karnevalsfeiern zum Mardi Gras die Verbreitung beschleunigt haben sollen.

Horror-Prognosen

Noch beängstigender als diese Zahlen ist allerdings der dramatische Anstieg, entsprechend erschreckend sind die Prognosen für die nächsten Wochen. Die University of Washington hält einer Studie zufolge in den USA in den kommenden vier Monaten mehr als 81.000 Tote durch das neue Coronavirus für möglich. Manche Schätzungen gehen sogar von 162.000 Todesopfern aus, andere dagegen von 38.000. Dazu kommt, dass in den USA im Vergleich zu vielen europäischen Ländern und vor allem China bisher äußerst wenig getestet worden ist.

Trump bleibt stur auf Kurs

Donald Trump aber macht weiterhin deutlich, dass er die Bedrohung durch eine Wirtschaftskrise für größer hält als die durch eine unkontrollierte Ausbreitung des Virus. Seit Tagen trommelt der US-Präsident die Botschaft, dass "wir mehr Leute durch eine massive Rezession, oder eine Depression verlieren würden als durch den Virus." Zwar widersprechen seine eigenen Experten  dem Präsidenten, allen voran der Kopf seines Corona-Beraterstabs Anthony Fauci - doch das irritiert den zunehmend weniger.

Er will das Land, und da allen voran die Wirtschaft, zu Ostern wieder hochfahren und die Beschränkungen aufheben. Was das bedeuten könnte, illustriert allerdings eine Grafik, die die "New York Times" heute veröffentlicht: 128 Millionen Infizierte in den USA, beinahe jeder zweite Amerikaner.