Politik | Ausland
05.12.2018

Trauerfeier für George H.W. Bush: "Er war fast perfekt"

Staatschefs aus aller Welt waren in Washington dabei. Auch in Berlin wurden die Fahnen auf Halbmast gesenkt.

In Anwesenheit von Staats- und Regierungschefs aus aller Welt hat in Washington die Trauerfeier für den verstorbenen früheren US-Präsidenten George H. W. Bush begonnen. An der Zeremonie am Mittwoch in der Nationalen Kathedrale nahm auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teil.

Berührender Abschied

Mit einer bewegenden Ansprache nahm der frühere Präsident George W. Bush von seinem Vater George H. W. Bush Abschied: "Wenn die Geschichtsbücher geschrieben werden, wird es dort heißen, dass George H. W. Bush ein großartiger Präsident der Vereinigten Staaten war", sagte George W. Bush. "Er zeigte mir, was es bedeutet, ein Präsident zu sein, der mit Integrität dient, mit Mut führt und mit Liebe in seinem Herzen für die Bürger unseres Landes handelt." George W. Bush war seinem Vater acht Jahre nach dessen Ausscheiden im Präsidentenamt nachgefolgt.

George W. Bush erzählte von dem letzten Telefonat mit seinem Vater unmittelbar vor dessen Tod am Freitag vergangener Woche. "Ich sagte, Papa, ich liebe Dich und Du bist ein wunderbarer Vater gewesen. Und die letzten Worte, die er je auf Erden sagen würde, waren: Ich liebe Dich auch." George W. Bush nannte seinen Vater "einen großartigen und großzügigen Mann, den besten Vater, den ein Sohn oder eine Tochter haben könnte". Zum Ende seiner Ansprache versagte ihm die Stimme.

Trauerfeier von George H. W. Bush in Washington

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Jeb Bush neben Laura und George W. Bush

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel

Amtierender US-Präsident Donald Trump neben Melania und den früheren US-Präsidenten Barack Obama und Bill Clinton neben ihren Ehefrauen Michelle Obama und Hillary Clinton

Familie Bush

Jill und Joe Biden

Condoleeza Rice

George W. Bush und Laura Bush

 

George W. Bushs Ansprache war aber auch von Humor durchsetzt. "Für uns war er fast perfekt, aber nicht ganz perfekt", sagte der Sohn. "Auf der Tanzfläche war er nicht wirklich Fred Astaire."

Der Ex-Präsident war am Freitag im Alter von 94 Jahren gestorben. Seine sterblichen Überreste wurden nach Washington überführt und waren zwei Tage lang im Kapitol, dem Sitz des Kongresses, aufgebahrt. Dort nahmen seit Montag zehntausende Bürger von Bush Abschied. Sein mit der US-Flagge bedeckter Sarg wurde dann am Mittwochvormittag (Ortszeit) unter militärischem Zeremoniell aus dem Kapitol herausgetragen und durch die Washingtoner Innenstadt zur Kathedrale gefahren.

An der dortigen Zeremonie nahmen auch US-Präsident Donald Trump und seine Frau Melania teil. Trump erklärte im Vorfeld, dies sei "keine Beerdigung, sondern ein Tag der Feier für einen großen Mann, der ein langes und herausragendes Leben geführt" habe. "Er wird vermisst werden!" schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Vier ehemalige US-Präsidenten nahmen teil

Zu Bushs Lebzeiten hatten Trump und er allerdings ein stark angespanntes Verhältnis. Auch Bushs Sohn George W. Bush hat sich vom amtierenden Präsidenten distanziert. Neben George W. Bush nahmen an dem Trauergottesdienst noch drei weitere frühere US-Präsidenten teil: Barack Obama, Bill Clinton und Jimmy Carter. Alle ehemaligen Präsidenten wurden von ihren Ehefrauen begleitet.

Wichtiger US-Präsident für Deutschland

Der verstorbene Präsident hatte einen entscheidenden Beitrag zur deutschen Vereinigung geleistet. Auch in Berlin wurden aus Anlass des Staatsakts in den USA die Fahnen auf Halbmast gesenkt.

Beisetzung neben seiner Frau in Houston

Nach der Trauerfeier in Washington sollen Bushs Überreste nach Houston zurückgebracht werden. Dort wird er am Donnerstag an der Seite seiner im April verstorbenen Frau Barbara beigesetzt.