Politik | Ausland
25.07.2018

"Bezahle mit Cash": Geheime Tonaufnahme bringt Trump in Erklärungsnot

Ein Gesprächsmitschnitt bringt US-Präsidenten unter Druck. Fällt Trump eine alte Affäre auf den Kopf?

Der Nachrichtensender CNN hat ein Tonband veröffentlicht, auf dem US-Präsident Donald Trump mit seinem früheren Rechtsanwalt Michael Cohen über Zahlungen an Karen McDougal, ein ehemaliges Playmate, sprechen soll. Die Unterhaltung von Trump und Anwalt Cohen soll im September 2016 stattgefunden haben, in der Hochphase des US-Wahlkampfs und wenige Wochen vor dem Wahlsieg des heute 72-Jährigen. Der Anwalt hat das Gespräch offenbar im Geheimen, ohne das Wissen seines Klienten aufgenommen. 

Worum geht es in der Medien- und Justiz-Affäre? McDougal hatte nach eigenen Angaben von Juni 2006 bis April 2007 eine sexuelle Beziehung mit Trump. Der war damals bereits mit der heutigen First Lady Melania Trump verheiratet. Im Jahr 2016, während Trumps Wahlkampf, wollte sie ihre Enthüllungen darüber an die Boulevardzeitschrift The National Enquirer verkaufen. Tatsächlich bekam sie vom Enquirer-Verlag AMI 150.000 Dollar, die Geschichte wurde aber nicht veröffentlicht.

Auf den Tonaufnahmen ist zu hören, wie Trump und Cohen beraten, ob Trump die Rechte an der Geschichte von AMI kaufen sollte. „Wir werden zahlen müssen“, sagt Cohen unter anderem. Trump scheint zu sagen: „Bezahle mit Cash“. Es bleibt aufgrund der schlechten Tonqualität aber unklar, ob dies als Frage oder als Anweisung gemeint ist. Jedenfalls antwortete Cohen rasch mit "Nein, nein, nein". Dann fällt das Wort "Scheck", aber wer es sagte, geht aus den Aufnahmen ebenfalls nicht eindeutig hervor. 

 

An den US-Sender CNN soll die brisante Aufzeichnung über Lanny Davis gelangt sein, der wiederum Cohens Anwalt ist. Davis sieht dadurch bewiesen, dass sein Mandant versucht habe, die Angelegenheit auf legalem Wege zu lösen, während Trump für eine Bargeld-Zahlung plädiert habe.

Trumps Anwalt, der New Yorker Ex-Bürgermeister Rudolph Giuliani, sagte nach dem CNN-Bericht, Trump habe nie vorgeschlagen, bar zu zahlen. Er habe mit einem Scheck bezahlen wollen, um die Angelegenheit sauber zu lösen. „Der Präsident wollte es richtig machen“, sagte GiulianiTrump sei "enttäuscht, dass ihn sein eigener Anwalt aufgenommen hat", sagte er. 

US-Präsident erhebt Vorwürfe

Trump hatte am vergangenen Samstag schwere Vorwürfe gegen seinen Ex-Anwalt Cohen erhoben. Der Mitschnitt, den nun CNN öffentlich gemacht hat, war bei einer Durchsuchung von Cohens Anwaltsbüro auch vom FBI sichergestellt worden. Trump tobte auf Twitter: "Es ist unvorstellbar, dass die Regierung am frühen Morgen in das Büro eines Anwalts eindringt – geradezu unerhört. Noch unvorstellbarer ist es, dass ein Anwalt seinen Klienten mitschneidet – gänzlich unerhört und wahrscheinlich ungesetzlich. Die gute Nachricht ist, dass euer Lieblingspräsident nichts Unrechtes gemacht hat", schrieb Trump am Samstag.

 

Trumps Tweet suggeriert, dass Ermittler und Ex-Anwalt etwas Verbotenes getan haben. Allerdings ist im Bundesstaat New York der Mitschnitt eines Gespräches legal, sofern zumindest eine Partei dem zustimmt. Das kann auch jene Person sein, die aufzeichnet. Auch der Begriff „break in“, der auch als „Einbruch“ übersetzt werden kann, stimmt so nicht. FBI-Ermittler hatten am 9. April mit einem Durchsuchungsbefehl das Büro, die Wohnung und ein Hotelzimmer Cohens durchsucht. Dabei beschlagnahmten sie E-Mails, Dokumente und Geschäftsunterlagen.

Trumps Mann für die Schmutzwäsche

Ex-Anwalt Cohen war für Trump der langjährige "Fixer" - also ein Mann, der sich um die Schmutzarbeit kümmerte. Cohen sei für Trump wertvoll gewesen, weil er alles getan habe, um Probleme seines Bosses zu lösen und so Druck von ihm zu nehmen, hieß es bei CNN. Laut Medienberichten handelt es sich bei dem nun veröffentlichten Gespräch nicht um das einzige, dass der Anwalt heimlich aufgenommen hat. Ob mögliche weitere Aufnahmen auch die Russland-Affäre betreffen, bleibt unklar.

Inzwischen hat Trump via Twitter auf die Veröffentlichung des Mitschnitts reagiert: