Die französische Eliteeinheit BRI patroulliert an der deutsch-französischen Grenze

© REUTERS/VINCENT KESSLER

Politik | Ausland
12/12/2018

Attentat in Straßburg: Was bisher bekannt ist

Der mutmaßliche Täter wurde zuvor wegen Mordversuchs gesucht und hätte Dienstagfrüh festgenommen werden sollen.

Mitten im Advent wird Frankreich erneut von einem mutmaßlichen Terrorangriff erschüttert. Am Dienstagabend eröffnete ein Mann in der Straßburger Innenstadt das Feuer.

Was wir bisher wissen:

Gegen 20 Uhr begann ein Mann am Rande des Straßburger Weihnachtsmarkts mit einem automatischen Gewehr um sich zu schießen. Bei der Attacke wurden zwei Menschen getötet. Eine weitere Person sei hirntot. Zwölf Menschen wurden verletzt. Es folgten zwei Schusswechsel mit Sicherheitskräften, Soldaten schossen den mutmaßlichen Schützen an. Er soll am Arm verletzt worden sein, berichtet Le Figaro. Der Mann flüchtete mit einem gestohlenen Taxi. Die Grenze zu Deutschland wurde noch am Dienstagabend geschlossen. In der Nacht auf Mittwoch hat Frankreich die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen.

Laut Frankreichs Innenminister Christophe Castaner sei der Tatverdächtige der französischen Justiz bekannt gewesen. Der Mann soll Chérif C. heißen, 29 Jahre alt und französischer Staatsbürger mit nordafrikanischen Wurzeln sein. Er wohnt im Straßburger Stadtteil Neudorf. Es gab bereits 27 Verurteilungen in DeutschlandFrankreich und der Schweiz wegen Delikten wie Einbruch und Raub. Zudem hätte er am Dienstagvormittag festgenommen werden sollen. Laut französischen Medien wurde er wegen versuchten Mordes gesucht. Er war aber nicht seiner Wohnung anzutreffen. Bei der Durchsuchung fand die Polizei Granaten. Im Internet kursiert ein Foto von Chérif C., das aber derzeit nicht verifiziert werden kann.

Was wir nicht wissen:

Noch nicht sicher ist, welches Motiv hinter dem Angriff liegt. Mittlerweile verdichten sich aber die Hinweise, dass es sich um eine islamistischen Angriff handelte. So berichteten Augenzeugen, dass der Tatverdächtige " Allahu Akbar" gerufen habe. Die Straßburger Polizeipräfektur erklärte, der Mann sei vom Inlandsgeheimdienst als Sicherheitsrisiko eingestuft gewesen und auf der Liste der Radikalisierten geführt worden. Derzeit suchen 350 Sicherheitskräfte nach ihm.

Weiters ist ungewiss, ob sich der mutmaßliche Täter noch in Frankreich befindet. Laut  Straßburgs Bürgermeister Roland Ries könnte er auch mit dem Auto nach Deutschland geflüchtet sein. Auch zu den Opfern gibt es noch keine Details. Man weiß lediglich, dass ein Tourist aus Thailand darunter ist. Er war mit seiner Frau erst kurz zuvor angekommen. Sie blieb unverletzt.

Ob der Mann als Einzeltäter gehandelt hat oder nicht, ist ebenfalls unklar. Die französische Polizei hat vier Verdächtige festgenommen, die Verbindungen zu dem Verdächtigen gehabt haben sollen. Die deutschen Sicherheitsbehörden sind nach Informationen des Berliner Tagesspiegels nicht nur an der Suche nach dem Attentäter von Straßburg beteiligt, sondern fahnden auch nach dessen Bruder Sami C. Die beiden wohnten in Straßburg.

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