Politik | Ausland
25.03.2017

Terror in London: Angreifer war im Bosnien-Krieg

Khalid Masood gehörte laut Zeitung zu einer berüchtigten Militäreinheit. Britische Polizei lässt indes Großteil der Festgenommenen frei.

Der Angreifer von London soll laut der Tageszeitung "Blic" in den neunziger Jahren auch am Bosnien-Krieg teilgenommen haben. Wie das Blatt am Samstag berichtete, habe sich Khalid Masood am 1. Mai 1993 einer berüchtigten Militäreinheit der bosniakischen (muslimischen) Armee (ABiH) angeschlossen. Bosnien soll er demnach nach dem Kriegsende Ende Dezember 1995 verlassen haben.

Der unter dem Namen "El Mujahid" bekannten Einheit, die aus Kämpfern aus islamischen Staaten bestand, werden mehrere Kriegsverbrechen angelastet, darunter die Ermordung von 40 kroatischen Zivilisten in der zentralbosnischen Ortschaft Malina im Jahre 1993.

Die Tageszeitung behauptete am Samstag, das Verzeichnis von 1.774 ehemaligen Kämpfern der Militäreinheit zu besitzen. Unter den Namen würde sich demnach auch jener von Masood befinden.

Attacke auf Westminster-Brücke

Masood lenkte am Mittwoch auf der Westminster-Brücke in London ein Auto gezielt in Fußgänger, dabei starben drei Menschen. Anschließend verletzte er einen Polizisten auf dem Gelände des Parlaments mit einem Messer tödlich. Er wurde von Sicherheitskräften erschossen.

Wieder auf freiem Fuß

Vier Tage nach dem Terroranschlag vor dem britischen Parlament ist ein Großteil der Verdächtigen wieder auf freiem Fuß. Nach der Attacke am Mittwoch mit fünf Toten und 50 Verletzten hatte die Polizei elf Menschen festgenommen. Neun sind inzwischen wieder auf freiem Fuß, wie Scotland Yard am Freitag mitteilte.

Zwei Männer aus Birmingham, 58 und 27 Jahre alt, blieben zunächst in Polizeigewahrsam. Sie werden verdächtigt, eine terroristische Straftat vorbereitet zu haben.

Zwei Frauen aus Manchester und London, 32 und 39 Jahre alt, wurden auf Kaution freigelassen; gegen sie wird weiter ermittelt. Gegen sieben weitere zunächst Festgenommene lag kein Verdacht mehr vor.

Scotland Yard bittet um Mithilfe

Scotland Yard bat die Bevölkerung bei den weiteren Ermittlungen um Mithilfe. Der Geburtsname des Täters Khalid Masood lautet Adrian Russell Ajao, wie die Ermittler herausfanden. Er verwendete wohl noch eine Reihe weiterer Namen.