Politik | Ausland
17.08.2017

Terror in Barcelona: Was wir wissen - und was nicht

In Barcelona überschlugen sich am Donnerstagabend die Ereignisse. Nach dem Anschlag mit einem Van in einer Fußgängerzone kursierten Gerüchte um eine Geiselnahme, zwei Verdächtige konnten festgenommen werden. Welche Rolle sie bei dem Attentat gespielt haben sollen, ist aber nicht klar.


Stand: 24.00 Uhr
  • Mindestens 13 Tote, 80 Verletzte – das ist die traurige Bilanz nach dem Anschlag in Barcelona.
  • Zwei Verdächte wurden bereits verhaftet. Einer davon ist ein Mann namens Driss Oukabir. Nach Medienberichten soll der gebürtige Marokkaner 28 Jahre alt sein und legal in Spanien leben. Er soll den weißen Leihwagen gemietet haben, mit dem der Anschlag auf den Las Ramblas durchgeführt wurde. Die Rolle des zweiten Verdächtigen wurde von den Behörden nicht kommuniziert.
  • Augenzeugen sprachen im staatlichen spanischen Fernsehen von einem Einzeltäter, der Anfang 20 gewesen sein soll. Der Fahrer des Lieferwagens soll ein Mann von etwa 1,70 Meter Größe gewesen sein und ein weißes Hemd mit blauen Streifen getragen haben, berichtete die Zeitung El Periodico de Catalunya.
  • Weiter unbestätigt sind Berichte spanischer Medien, wonach einer der Täter bei einer Schießerei getötet wurde. Dass es, wie zunächst berichtet, zu einer Geiselnahme in einem Restaurant kam, wurde von der Polizei bereits dementiert. Augenzeugen hatten berichtet, dass der oder die Täter nach ihrer Amokfahrt in ein nahegelegenes Restaurant geflüchtet waren - die Aktion stellte sich jedoch als Ablenkungsmanöver heraus.
  • Nach dem Anschlag durchbrach ein Auto einen Checkpoint der Polizei, zwei Beamte wurden dabei verletzt, der Fahrer wurde erschossen. Ob der Zwischenfall mit dem Anschlag auf den Las Ramblas in Zusammenhang steht, war zunächst nicht klar. Laut Polizeichef Josep Lluis Trapero gehen die Ermittler derzeit jedoch von voneinander unabhängigen Ereignissen aus. Der Fahrer sei Spanier gewesen.
  • Dagegen dürfte ein Zusammenhang mit einer Explosion in dem katalanischen Dorf Alcanar bestehen, bei der bereits am Mittwoch eine Person ums Leben kam und sieben Menschen verletzt wurden. Details dazu sind jedoch noch nicht bekannt.

Es bleiben also folgende Fragen

  • Wie viele Täter waren / sind involviert? Wer sind die Täter? Und sind sie noch in Barcelona unterwegs?
  • Wer sind die Opfer? Die Las Ramblas sind der Touristen-Hotspot Barcelonas. Unter den Opfern sollen sich auch drei deutsche und ein belgischer Staatsbürger befinden. Ob auch Österreicher betroffen sind, ist zur Stunde noch unklar.

Über das Motiv der Attentäter gibt es hingegen bereits jetzt kaum noch Zweifel. Zu sehr ähnelt er den Terrorakten in Nizza, Berlin oder London. Zu schnell bekannte sich die Terroristenmiliz IS zu der Tat. Offiziell wurde der islamistische Hintergrund der Amokfahrt jedoch noch nicht bestätigt.

Der Tathergang im Überblick

Anschlag in Barcelona: Chaos auf der Rambla

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In der spanischen Großstadt Barcelona ist am Donnerstag ein Kleintransporter in der Fußgängerzone "La Rambla" in eine Gruppe von Dutzenden Menschen gefahren.

Die Täter benutzten einen weißen Lieferwagen, den sie zuvor bei einem Verleih gemietet hatten.

Dutzende Menschen wurden verletzt, Medien berichten von bis zu 13 Toten. Die genaue Opferbilanz ist noch nicht klar.

Die Zeitung "El Pais" berichtete unter Berufung auf Polizeikreise, der Fahrer des Wagens sei zu Fuß geflüchtet.

Medien berichteten ferner, in Barcelona hätten zwei bewaffnete Männer nach dem Zwischenfall ein Restaurant betreten und hätten sich dort verschanzt. Ministerpräsident Mariano Rajoy erklärte, die Regierung stehe mit allen Behörden in Barcelona in Kontakt.

Auf dem bekannten Markt "La Boqueria" hat es nach Angaben der Zeitung "El Periodico" eine Schießerei gegeben.

Ob die Vorfälle in Verbindung standen, war zunächst unklar.

Europäische Metropolen sind in den vergangenen Jahren immer stärker ins Fadenkreuz von Terroristen gerückt.

In Berlin, Nizza und London sind islamistische Attentate mit Lastwagen oder Kleintransportern als Waffen verübt worden.

In Madrid hatten Islamisten im März 2004 Sprengsätze in Nahverkehrszügen gezündet.

Dabei starben 191 Menschen, mehr als 1800 wurden verletzt.