Politik | Ausland
02/18/2019

Kurdenvertreter über IS-Kämpfer: Häftlinge sind "Zeitbomben"

Großbritannien hat indes verkündet, britische IS-Kämpfer aus Syrien nicht zurücknehmen zu wollen.

Die Kurden in Nordsyrien wollen inhaftierte IS-Kämpfer nicht einfach in ihre Heimatländer ziehen lassen. Abdulkarim Omar, ein ranghoher Vertreter der Kurden, bezeichnete die Häftlinge am Montag als "Zeitbomben". Zugleich appellierte er aber an die Heimatstaaten, sich für ihre Staatsbürger verantwortlich zu zeigen.

US-Präsident Donald Trump hatte europäische Staaten aufgefordert, in Syrien gefangen genommene IS-Kämpfer aufzunehmen und vor Gericht zu stellen. Ansonsten würden sie freigelassen.

Nach Angaben Omars sitzen allein im kurdisch kontrollierten Nordsyrien 800 ausländische IS-Kämpfer ein. Hinzu kämen 700 Ehefrauen und 1.500 Kinder, die in Flüchtlingslagern untergebracht seien.

Einige IS-Kämpfer sind in den vergangenen Jahren auch aus Österreich Richtung Syrien und Irak aufgebrochen. Genaue Zahlen gibt es allerdings nicht.

Großbritannien will keine IS-Kämpfer zurücknehmen

Die britische Regierung hat die Forderung von US-Präsident Donald Trump nach einer Rücknahme mutmaßlicher britischer Jihadisten aus Syrien und einem Prozess in ihrem Heimatland zurückgewiesen. Ein Sprecher der britischen Premierministerin Theresa May erklärte am Montag, den Jihadisten solle dort der Prozess gemacht werden, wo sie ihre Verbrechen begangen hätten.

Mays Sprecher erklärte mit Blick auf Gerichtsverfahren gegen in Syrien festgenommene, ausländische Jihadisten: "Wo möglich, sollte dies in der Region geschehen, in der die Verbrechen begangen wurden." London arbeite diesbezüglich eng mit seinen internationalen Partnern zusammen.

In Syrien sind mehrere tausend ausländische Kämpfer der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) mit ihren Frauen und Kindern von den kurdischen Truppen festgenommen worden. US-Präsident Trump hatte die Europäer am Sonntag aufgerufen, ihre Landsleute rasch zurückzuholen und ihnen den Prozess zu machen.

Die IS-Anhänger stellen ihre Heimatländer aber vor ein Dilemma, da sie bei einer Rückkehr als unkalkulierbares Sicherheitsrisiko gelten.