Politik | Ausland
23.11.2017

Kommt jetzt Söder? Verwirrung um Seehofer-Nachfolge

Laut einem Bericht des Bayerischen Rundfunks ist der Nachfolgestreit in der CSU entschieden: Demnach wird Horst Seehofer zugunsten von Markus Söder abdanken. Die CSU dementiert.

Dass Horst Seehofer nach dem desaströsen Ergebnis seiner CSU bei der Bundestagswahl (33 Prozent) im September nicht mehr allzu fest im Sattel sitzt, war offensichtlich. Seit Wochen wird in München über die Ablöse des mächtigen CSU-Chefs spekuliert. Dass es nun sein langjähriger Widersacher werden sollte, war dann aber doch überraschend: Markus Söder, seines Zeichens bayerischer Finanzminister und Seehofers ungeliebter Kronprinz, soll einem Bericht des Bayerischen Rundfunks zufolge das Zepter in Bayern übernehmen.

Söder soll demnach Ministerpräsident werden, Seehofer selbst bleibe aber CSU-Chef, meldete der Sender ohne Angaben von Quellen am Donnerstag. Zuvor hatte Seehofer seiner Fraktion im Landtag eine "befriedende" Lösung für die künftige personelle Aufstellung der CSU versprochen.

Entscheidung im Dezember. Oder doch am Abend?

Offiziell bestätigt wurde der Bericht nicht. Im Gegenteil: Die Meldung sei „total falsch“, sagte ein CSU-Sprecher. Über Twitter berichtete der BR anschließend unter Berufung auf neue Informationen, dass unklar sei, ob sich Seehofer dieser Lösung anschließe.

Wann es zu einer endgültigen Lösung zur Neuaufstellung der Partei kommt? Erst im Dezember, wenn der große Parteitag der CSU ansteht. Das teilte jedenfalls der Chef der CSU-Landtagsfraktion, Thomas Kreuzer, im Anschluss an eine Fraktions-Sitzung am Donnerstag mit. Über Namen und Personen sei jetzt noch nicht gesprochen worden.

Ob die Ämter des Parteichefs und des Ministerpräsidenten getrennt werden, blieb unklar. "Horst Seehofer hat die Entscheidung völlig offen gelassen. Er hat überhaupt nichts favorisiert, sagte Kreuzer.

Seehofer selbst kündigte an, seine Zukunftspläne in einer CSU-Vorstandssitzung am Abend bekanntgeben zu wollen. Er führe Gespräche so, dass er die Argumente ernst nehme und dann entscheide. Das sei ein Prozess, der erst am Abend kurz vor Beginn der CSU-Vorstandssitzung um 18.00 Uhr zu Ende sein werde. "Heute Abend wird alles klar sein", betonte er.

Zuletzt wurden neben Markus Söder unter anderem Oberbayern-Chefin Ilse Aigner und der bayerische Innenminister Joachim Hermann als mögliche Nachfolgekandidaten gehandelt.

*) Hinweis: Der Artikel wurde um die Stellungnahme des CSU-Sprechers ergänzt.