Russische Militärpolizei bei Darbasiyah. 

© APA/AFP/DELIL SOULEIMAN

Politik Ausland
10/30/2019

Schwere Kämpfe zwischen türkischem und syrischem Militär

Kurden hatten Assad um Hilfe gebeten - Erdogan zweifelt an Rückzug.

Zwischen der türkischen und der syrischen Armee ist es laut einem Bericht staatlicher syrischen Medien im Norden des Landes zu schweren Zusammenstößen gekommen. Die Kämpfe konzentrierten sich auf die Umgebung der Grenzstadt Ras al-Ayn, hieß es am Mittwoch in dem Bericht.

Die Türkei will in Nordsyrien eine 30 Kilometer breite und über 400 Kilometer lange Sicherheitszone einrichten. Die militärischen Vorbereitungen zur Einrichtung dieser Zone laufen seit Tagen. Das Gebiet stand bisher unter Kontrolle der kurdischen YPG-Miliz. Angesichts der militärischen Übermacht der Türkei haben die Kurden den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad um Hilfe gebeten. Darauf sind syrische Truppen in Teile der von der Türkei für die Sicherheitszone beanspruchten Gebiete eingerückt.

Gemeinsame Patrouillen

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte am Mittwoch, dass ab Freitag gemeinsame türkisch-russische Patrouillen in dem Gebiet starten werden. Mit den Patrouillen will die Türkei unter anderem feststellen, ob sich die Kurdenmiliz YPG, wie von Russland versichert, aus der Grenzregion zurückgezogen hat.

Erdogan deutete an, dass er daran zweifle: Türkische Informationen wiesen darauf hin, "dass man in dieser Sache nicht vollkommen erfolgreich war", sagte er. Erdogan drohte erneut, er werde die Militäroffensive in Nordsyrien fortsetzen, sollte sich die YPG nicht aus einem Gebiet von 30 Kilometern Breite zurückgezogen haben. Am Dienstag hatte Russland erklärt, dass sich die Kurdenmiliz YPG schon vor Ende einer Waffenruhe aus Nordsyrien zurückgezogen habe.

Das türkische Militär war mit verbündeten Rebellen am 9. Oktober in Nordsyrien einmarschiert und hatte eine Offensive gegen die YPG begonnen. Ankara betrachtet sie als Terrororganisation.

Russland als Schutzmacht des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad und die Türkei hatten sich dann vergangene Woche darauf verständigt, nordsyrische Grenzgebiete zur Türkei gemeinsam zu kontrollieren. Sie gaben der YPG zudem eine Frist von 150 Stunden, um sich zurückzuziehen. In dieser Zeit galt eine Feuerpause.

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