Schon wieder Kämpfe mit Ureinwohnern: Ausnahmezustand in Chile

Am Sonntag versammelten sich tausende Mapuche in der chilenischen Hauptstadt Santiago, um gegen das Vorgehen Piñeras zu demonstrieren. Diese beiden Frauen versuchen, dem Tränengas der Polizei zu entkommen.
Inmitten eines Amtsenthebungsverfahrens fährt Präsident Piñera einen harten Konfrontationskurs gegen die indigene Bevölkerung.

Es fällt nicht schwer, Chiles rechtem Präsidenten Sebastián Piñera in diesen Tagen Zynismus zu unterstellen. Der 71-Jährige hat am Dienstag in den beiden südchilenischen Regionen Biobío und Araucanía einen Ausnahmezustand ausgerufen, weil er dort "Drogenhandel, Gewalt, Terror und organisiertes Verbrechen von bewaffneten Gruppierungen" ortet.

Es sind genau jene Regionen, die die indigene Bevölkerungsgruppe der Mapuche ihr Zuhause nennt. Und der Dienstag, der 12. Oktober, ist ausgerechnet der "Tag des Kolumbus", der die Entdeckung Amerikas durch spanische Einwanderer feiert. Eine bewusste Provokation.

"Für mein Volk symbolisiert der Kolumbustag den Beginn des Genozids gegen die Ureinwohner", erklärte am Dienstag Elisa Loncón, die wohl bekannteste Stimme der Mapuche und eine klare politische Gegnerin des Präsidenten. Erst am Wochenende hatten tausende Mapuche in der chilenischen Hauptstadt Santiago einmal mehr für das Recht einer unabhängigen Verwaltung sowie für die Rückgabe enteigneter Ländereien protestiert. Die Situation eskalierte, neben 17 Verletzten kam die 43-jährige Studentin Denisse Cortés Saavedra dabei ums Leben.

Schon wieder Kämpfe mit Ureinwohnern: Ausnahmezustand in Chile

Diese Mapuche-Männer in traditionellem Gewand werden von Wasserwerfern der Polizei getroffen. Später kam es noch zu deutlich härter Gewalt.

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