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Politik Ausland
10/29/2012

"Sandy" könnte die US-Wahl mitentscheiden

Obama und Romney ändern ihre Wahlkampfpläne. Der Präsident muss sich nun als Krisenmanager beweisen.

Monstersturm "Sandy" hat nicht nur die Kinder und Teenager in ihren ausgefallenen Halloween-Kostümen von Washingtons Straßen vertrieben, er wirbelt auch das Programm des großen Wahlkampffinales durcheinander: Präsident Barack Obama sagte am Montag einen wichtigen Auftritt vor Autoarbeitern in der Industrie-Hochburg Youngstown ab. Ihnen wollte er noch einmal seine erfolgreiche Rettungsaktion für General Motors in Erinnerung rufen, stattdessen musste er am Abend nach einem Abstecher nach Florida im Weißen Haus Stellung als Krisenmanager beziehen.

Wenige Stunden vor dem Aufschlag des Hurrikans in Amerikas dichtestbesiedelter Region besuchte Obama das Krisenzentrum der  Katastrophenschutzbehörde. Er ließ sich über die Lage informieren, telefonierte mit Gouverneuren und Bürgermeistern der bedrohten Gebiete und wandte sich über TV an die Bevölkerung. "Sandy" sei mächtig, alle Bewohner der Ostküste müssten ihn ernst nehmen und sich schützen, mahnte der Präsident. Alle Vorbereitungen seien getroffen, im Ernstfall würden die Behörden rasch und unbürokratisch Hilfe leisten, versprach Obama.

Auch sein Herausforderer Mitt Romney änderte seine Reisepläne. Statt in Virginia warb er gemeinsam mit seinem Vize Paul Ryan im besonders umkämpften Ohio um Wähler. In beiden Swing States liegt Obama in den Umfragen voran. Auch landesweit sieht das Ipsos-Institut den Amtsinhaber mit 49 zu 46 Prozentpunkten voran.

 

Geringere Wahlbeteiligung befürchtet

"Sandy" wirft nicht nur logistische Fragen für beide Kandidaten auf. Das Rennen um die Präsidentschaft ist sehr knapp und das Ergebnis noch völlig offen. Nun droht eine noch geringere Wahlbeteiligung, was traditionell eher den Demokraten schadet. In einigen umkämpften Swing States besteht die Möglichkeit, bereits vor dem 6. November zu wählen – eine Gelegenheit, die nun wohl viele auslassen werden.

Zudem könnte der Wahlkampf in der Berichterstattung in den Hintergrund gedrängt werden. Am Wahltag selbst werden dann noch viele Wähler damit beschäftigt sein, die Auswirkungen des Sturms zu beseitigen.

Ob "Sandy" am Ende tatsächlich das Wahlergebnis beeinflusst, wollte David Axelrod aus dem Obama-Team nicht sagen: "Natürlich wollen wir lieber freien Zugang zu den Wahlurnen, weil wir glauben, je mehr Leute wählen, desto besser werden wir dastehen", so Axelrod zu CNN. "Das macht es uns jedenfalls schwerer und bereitet uns Sorgen."

  Die Leadership-Frage könnte am 6. November zum Zünglein an der Waage werden. Wird der Präsident angesichts des Hurrikans nun die Führungsqualitäten beweisen, die die Republikaner ihm immer wieder absprachen – oder wird er an der Krisenbewältigung scheitern? Auch Romneys Umgang mit  Betroffenen wird mit Argusaugen beobachtet werden.

 

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