© REUTERS/SERGEY PIVOVAROV

Politik Ausland
01/31/2022

Russland verstärkt seine Truppen weiter, Ukraine kritisiert „US-Informationskrieg“

Westliche Militäranalysten sehen in den Übungsvorbereitungen in Weißrussland die Gefahr einer bewährten Militärdoktrin

von Armin Arbeiter

Immer mehr russische Panzer, Luftabwehrsysteme und frische Truppen erreichen Weißrussland, werden im Süden des Landes, an der ukrainischen Grenze, stationiert. Folgt man russischen Offiziellen, scheint alles klar: Die bis zu 35.000 russischen Soldaten werden in den kommenden Wochen eine Militärübung, gemeinsam mit ihren weißrussischen Kameraden, abhalten.

Ihr Zweck: „Unterschiedliche Optionen entwickeln, um Bedrohungen gemeinsam zu neutralisieren und die Lage an den Grenzen zu stabilisieren“, heißt es aus dem Moskauer Verteidigungsministerium. Einige westliche Militäranalysten müssen dabei unweigerlich an das Wort „Maskirovka“ (Täuschung) denken, eine russische Militärdoktrin, die sich in zahlreichen Kriegen und militärischen Operationen Russlands bewährt hat.

Vor allem hat Moskau seine Truppen in den vergangenen Jahren genau diese Szenarien üben lassen: Eine Militärübung in eine tatsächliche Mobilisierung verwandeln, um die Reaktionszeit des Gegners zu verkürzen.

Allerdings sind seit Spätherbst alle Augen auf die Situation an den Grenzen der Ukraine gerichtet – und selbst die 100.000 Soldaten (in etwa 80 Bataillone) wären noch lange nicht genug, um tatsächlich eine Invasion in die Ukraine zu starten. Dem wird wiederum dagegengehalten, dass Wladimir Putin dieselbe Anzahl innerhalb kürzester Zeit mobilisieren könne. Außerdem habe Russland laut US-Kreisen Blutkonserven an die Grenze gebracht. Eine Information, die die stellvertretende Verteidigungsministerin der Ukraine, Hanna Maliar, als unwahr bezeichnete: „Solche ’Nachrichten’ sind ein Element des Informationskrieges und der psychologischen Kriegsführung. Der Zweck einer solchen Nachricht ist es, Panik und Angst in unserer Gesellschaft zu verbreiten“, schrieb sie auf Facebook.

Die Krise beschäftigt seit Montag den UN-Sicherheitsrat, bei dessen Gesprächen nichts Substanzielles herauskommen dürfte. Armin Arbeiter

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