Ernteeinbußen bei Getreide von bis zu 20 Prozent

© APA - Austria Presse Agentur

Politik Ausland

Russland hat 400.000 Tonnen Getreide abtransportiert

Werde der Getreidebestand weiter reduziert, drohe in den betroffenen Gebieten eine Hungersnot.

05/04/2022, 03:33 AM

Russland hat aus den besetzten Gebieten der Ukraine nach Kiewer Angaben 400.000 Tonnen Getreide abtransportieren lassen. Das sei etwa ein Drittel der GetreidevorrÀte in den Regionen Cherson, Saporischschja, Donezk und Luhansk, sagte Vizeagrarminister Taras Wyssozkyj im ukrainischen Fernsehen.

Vor dem Krieg hÀtten dort etwa 1,3 Millionen Getreide gelagert zur tÀglichen Versorgung, aber auch zur Aussaat. "Da gab es keine strategischen Reserven", sagte Wyssozkyj nach Angaben aus der Nacht zum Mittwoch. Werde der Getreidebestand weiter reduziert, drohe in diesen Gebieten eine Hungersnot.

Der zwangsweise Abtransport von Getreide ist zwischen Ukrainern und Russen historisch ein schmerzhaftes Thema. Als der Sowjetdiktator Josef Stalin die Bauern in die Kolchosen zwang und Getreide mit Gewalt beschlagnahmen ließ, verhungerten 1932/33 in der Ukraine etwa vier Millionen Menschen. Tote gab es auch im SĂŒden Russlands und in Kasachstan. Die Ukraine betrachtet die kĂŒnstlich erzeugte Hungersnot, den sogenannten Holodomor, als von Moskau befohlenen Völkermord.

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