Politik | Ausland 16.03.2016

Razzien: Anschlag in Paris verhindert

Schwer bewaffnete Spezialeinheiten der Polizei in Brüssel © Bild: AP/Geert Vanden Wijngaert

Mutmaßliche Islamisten festgenommen. Bei Schusswechsel in Brüssel ein Algerier getötet

Ein neuerlicher islamistischer Terroranschlag in Paris sei kurz bevor gestanden, berichtete der französische TV-Sender TF1. Die Worte "Terror", "Islamisten" in Kombination mit " Paris" lösen wohl in ganz Europa ähnliche Reaktionen aus. Doch der Anschlag sei verhindert worden, vier mutmaßliche Terroristen konnten am Mittwoch im Großraum Paris festgenommen werden.

Viel gaben die Ermittler am Abend über die Anti-Terror-Razzien und die Festnahmen nicht preis. Es soll sich bei den vier Festgenommenen um eine Frau und drei Männer handeln, darunter ein 28-Jähriger, der 2014 zu fünf Jahren Haft verurteilt worden war, weil er sich in Syrien dem Dschihad anschließen wollte. Er wurde vergangenen Oktober freigelassen. Einer der Männer war nach den Anschlägen vom 13. November im Zuge des landesweiten Ausnahmezustands unter Hausarrest gestellt worden. Zudem sei bei der Polizeiaktion am Mittwoch eine geringe Menge an Munition und Datenträger beschlagnahmt worden, heiß es zunächst nur vage. Ebenso könne man noch nicht von "konkreten Anschlagsplänen" sprechen, hieß es aus Ermittlerkreisen.

Ein Toter in Brüssel

Bei der Razzia in Brüssel sind die Fahnder offensichtlich auf eine weitere islamistische Terrorzelle gestoßen: In der Wohnung, in der am Dienstag ein Verdächtiger getötet worden war, fanden Ermittler eine Flagge der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und ein Handbuch zum Salafismus. Zwei Verdächtige waren noch auf der Flucht.

Zwei Männer hatten auf die Polizisten aus Belgien und Frankreich geschossen, als diese die Wohnung in der Brüsseler Gemeinde Forest durchsuchen wollten. In den folgenden Schusswechseln wurden vier Sicherheitskräfte leicht verletzt.

Der getötete Verdächtige war von einem Scharfschützen erschossen worden, als er aus einem Fenster das Feuer auf Polizisten eröffnen wollte. Neben seiner Leiche stellten die Ermittler eine Kalaschnikow, elf Magazine sowie Patronenhülsen sicher. Sprengstoff fanden sie nicht.

Bei dem Getöteten handelt es sich um den 35-jährigen Algerier Mohamed Belkaid. Er lebte illegal in Belgien und war bisher lediglich wegen eines Diebstahl-Delikts aufgefallen.

Die Razzia stand im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris, bei denen im November 130 Menschen getötet worden waren. In welcher Art und Weise die aktuellen Verdächtigen in die Anschläge von Paris verwickelt gewesen sein könnten, blieb zunächst unklar. Von den Ermittlern gab es keine Hinweise darauf, dass es sich bei einem der Flüchtigen um den Franzosen Salah Abdeslam handeln könnte. Dieser steht im Verdacht, an den Anschlägen beteiligt gewesen zu sein.

( kurier.at ) Erstellt am 16.03.2016