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Auftragsmord? Putin-Kritiker in Polen erschossen

Der russische Aktionskünstler Semyon Skrepetsky (44) ist tot. Die Ermittler gehen von einer gezielten Tötung aus.
Polizisten am Tatort

Zusammenfassung

  • Der russische Aktionskünstler und Putin-Kritiker Semyon Skrepetsky wurde im polnischen Biała Podlaska erschossen, die Ermittler gehen von einer gezielten Tötung aus.
  • Skrepetsky lebte seit 2021 im Exil in Polen und war für satirische Darstellungen von Putin, Lukaschenko und anderen autoritären Politikern bekannt.
  • Ob ein Zusammenhang zwischen seinem politischen Engagement, darunter einer Kunstaktion vor der russischen Botschaft in Berlin, und dem Angriff besteht, ist bislang unklar.

Ein russischer Künstler und scharfer Kritiker von Kremlchef Wladimir Putin ist im Osten Polens erschossen worden. Nach Angaben der Polizei wurde der 44-jährige Semyon Skrepetsky in der Stadt Biała Podlaska nahe der Grenze zu Belarus von mehreren Schüssen getroffen. Die Ermittler gehen derzeit von einer gezielten Tötung aus. Ob seine kritischen Darstellungen von Putin, Lukaschenko und Kadyrow mit dem Verbrechen zusammenhängen, ist bislang reine Spekulation.

Polnische Behörden nannten den Namen des Opfers zunächst nicht. Russische und belarussische Oppositionsmedien identifizierten den Getöteten jedoch als den Aktionskünstler und Karikaturisten Semyon Skrepetsky. Nach Informationen polnischer Medien handelt es sich bei dem Opfer um einen russischen Staatsbürger, der seit mehreren Jahren in Polen lebte. 

Die Tat ereignete sich am Montagvormittag in Biała Podlaska. Nach Angaben der Polizei entfernte sich der Schütze nach den Schüssen vom Tatort. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen Tötungsdelikten ein. Medienberichten zufolge prüfen die Behörden insbesondere die Möglichkeit einer gezielten Exekution.

Josef Stalin mit einem Baby-Putin

Skrepetsky, der mit bürgerlichem Namen Robert Kuzowkow hieß, stammte aus der russischen Altai-Region. Bekannt wurde er durch satirische Darstellungen politischer Persönlichkeiten wie Putin, des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko und weiterer prominenter Vertreter autoritärer Regime. Seit 2021 lebte er im polnischen Exil.

Nur wenige Tage vor seinem Tod hatte der Künstler in Berlin eine politische Kunstaktion vor der russischen Botschaft durchgeführt. Dabei zeigte er ein Gemälde, das den sowjetischen Diktator Josef Stalin gemeinsam mit einem Baby-Putin darstellt. Bilder der Aktion verbreiteten sich anschließend in sozialen Netzwerken.

Ob ein Zusammenhang zwischen seinem politischen Engagement und dem tödlichen Angriff besteht, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen.

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