Politik | Ausland
11.04.2017

Putin: "False Flag"-Gasangriff auf Damaskus geplant

Der russische Präsident erhebt kontroverse Anschuldigungen und beruft sich dabei auf russische Geheimdienste.

Der russische Geheimdienst habe Hinweise, dass ein Chemiewaffen-Angriffe auf Damaskus geplant seien, um diesen dann dem syrischen Regime in die Schuhe zu schieben. Diesen schweren Vorwurf erhob der russische Präsident Wladimir Putin am Dienstag gegenüber Reportern in Moskau bei einer Pressekonferenz anlässlich des Besuches des italienischen Präsidenten Sergio Mattarella.

Offenbar vermied Putin es, die USA direkt zu beschuldigen, für diese Operationen verantwortlich zu sein. Er blieb bezüglich der Schuldigen vage und präsentierte auch sonst keine Beweise. Putin sagte außerdem, kurz bevor US-Außenminister Rex Tillerson in Moskau eintreffen sollte, die Giftgas-Anschuldigungen gegenüber Baschar al-Assad erinnerten ihn an die Vorgeschichte zum Irak-Krieg 2003. Damals waren die USA mit der später unbestätigten Behauptung im Irak einmarschiert, dass das Regime von Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen besäße.

Putin kündigte an, er werde eine UNO-Untersuchung der Attacken in Khan Sheikhoun beantragen, die er ebenfalls als "False Flag"-Operation bezeichnete. In Khan Sheikhoun wurde am 4. April Giftgas gegen Zivilisten eingesetzt. Dieser Vorfalle hatte die neue US-Regierung entgegen ihrer bisherigen Rhethorik dazu veranlasst, am 7. April eine Militärbasis des Regimes anzugreifen. Für die USA steht das syrische Regime als Verursacher des Giftgasangriffes fest. Syrien und sein Langzeit-Verbündeter Russland bestreiten eine Involvierung.