Politik | Ausland
04.03.2013

Präsident Thein Sein stoppte bei Europa-Tour auch in Wien

Burmas Präsident machte kurz in Wien halt.

Noch vor zwei Jahren wäre es unvorstellbar gewesen: Der Präsident Burmas, einer der schlimmsten Diktaturen der Welt, reist durch Europa, und überall werden ihm freundlich die Tore geöffnet.

Für Thein Sein, seit 2011 an der Staatsspitze des südostasiatischen Landes, wurde dies möglich. Bei seiner ersten Tour durch Europa machte er am Montag auch kurz in Wien halt. Nach einem Treffen mit Bundespräsident Heinz Fischer und Kanzler Werner Faymann war auch ein Gespräch mit Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl vorgesehen.

Seit der heute 68-jährige, schmal wirkende, langjährige Ministerpräsident Burmas den Junta-Chef Than Shwe abgelöst hatte, kam es erstmals seit Jahrzehnten zu grundlegenden Reformen. Das allmächtige Militär lockerte zwar seinen eisernen Griff, behält aber weiter nahezu die ganze Macht im Land. Die Welt reagierte dennoch erfreut, Wirtschaftssanktionen wurden ausgesetzt, ein regelrechter Besucherstrom internationaler Spitzenpolitiker, darunter US-Präsident Barack Obama, nach Burma setzte ein.

Auch eine große österreichische Wirtschaftsdelegation war Ende Jänner nach Burma gereist – in der Hoffnung, im rohstoffreichen, aber völlig heruntergewirtschafteten Burma wertvolle Wirtschaftskontakte knüpfen zu können. Bedarf besteht in Burma an nahezu Allem: Besonders in der Kooperation im Tourismus-Sektor hofft Österreich zum Zug zu kommen.