rump und seine Ehefrau Melania, die erklären ließ: "Die Worte, die mein Mann benutzt hat, sind inakzeptabel und beleidigend für mich".

© APA/AFP/GETTY IMAGES/Michael Bocchieri

US-Wahlkampf
10/09/2016

Parteiinterne Revolte gegen Trump

Die republikanische Partei wollte ihn nie als Kandidaten. Noch vor der zweiten TV-Debatte von Donald Trump und Hillary Clinton kochten jetzt Wut und Frust über.

von Ulrike Botzenhart

Zähneknirschend musste die republikanische Partei dem parteiinternen Siegeszug des großkotzigen Multimilliardärs Donald Trump zuschauen. Seine Schimpftiraden gegen Eltern eines gefallenen Soldaten schockten sie, seine "Steuersparpläne" empörten sie, aber das Video mit seinen vulgären sexistischen Bemerkungen hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Noch vor der TV-Debatte zwischen Donald Trump und Hillary Clinton am Sonntag (MESZ Montag, 3 Uhr) entzogen ihm Dutzende führende republikanische Politiker ihre Unterstützung. Sie werden ihn nicht wählen, ließen sie die Amerikaner und den Rest der Welt wissen. Darunter sind auch Kaliber wie Ex-Präsidentschaftskandidat John McCain und Ex-Außenministerin Condoleezza Rice.

McCain, der 2008 das Rennen gegen Barack Obama verloren hat, erklärte, Trumps jüngstes Verhalten und seine verächtlichen Aussagen gegen Frauen machten es ihm unmöglich, ihn zu wählen. Rice ging noch weiter: "Donald Trump sollte nicht Präsident sein. Er sollte sich zurückziehen", forderte sie.
Arnold Schwarzenegger, Ex-Gouverneur von Kalifornien, wird ebenfalls nicht für Trump stimmen. Es sei das erste Mal, dass er einen republikanischen Spitzenkandidaten nicht unterstütze, seit er 1982 US-Staatsbürger geworden sei, schrieb der gebürtige Steirer auf Twitter. Er erinnerte seine Parteikollegen, "dass es nicht nur akzeptabel ist, dein Land über deine Partei zu stellen – es ist deine Pflicht".

Kritik kam sogar von Trumps Vizekandidat Mike Pence: Als Ehemann und Vater habe er sich persönlich beleidigt gefühlt, seine Gefolgschaft verweigert er Trump aber nicht. Parteichef Reince Priebus und Paul Ryan, Vorsitzender des Repräsentantenhauses, sind entsetzt, halten Trump aber die Stange. Ryan sah man regelrecht seine Abscheu an, als er sagte, Trumps Äußerungen hätten bei ihm Übelkeit verursacht.

Tochter ein Sexobjekt

Kein Wunder: Der Sexismus des heute 70-Jährigen hat sogar vor seiner Tochter Ivanka Trump nicht haltgemacht. Von CNN veröffentlichte ältere Gespräche Trumps mit dem Radiomoderator Howard Stern belegen das. Sie sind nicht nur gespickt mit frauenverachtenden Äußerungen, sondern der Milliardär stimmt darin sogar zu, als Stern Ivanka Trump mit einem vulgären Ausdruck ("piece of ass") zum Sexobjekt macht.

Auch seine dritte Ehefrau Melania (46) hat schwer zu schlucken an den Verbalwatschen ihres Gatten: Wenn Frauen 35 Jahre alt werden, müsse die Beziehung "auf den Prüfstand", hat er laut Politico gesagt und mit Sex zu dritt geprahlt. "Haben wir doch alle schon gehabt. Sind wir Babys?" In einer schriftlichen Erklärung des früheren Models Melania Trump heißt es: "Die Worte, die mein Mann benutzt hat, sind inakzeptabel und beleidigend für mich." Sie hoffe aber, "dass Leute seine Entschuldigung annehmen, wie ich es getan habe".

"Beschämend"

Angesichts all dessen und der parteiinternen Rebellion gab es ein Krisentreffen zwischen führenden Republikanern und Donald Trump. Danach betonte dessen Vertrauter, New Yorks Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani, am Sonntag, Trump werde nicht das Handtuch schmeißen. Und: Bei beiden Präsidentschaftskandidaten gebe es "beschämende" Aspekte des Privatlebens, spielte Giuliani auf Vorwürfe an, Hillary Clinton habe die Geliebten ihres Ehemannes Bill eingeschüchtert.

Die USA haben gut vier Wochen Schlammschlacht vor sich.

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