Ex-Präsident Musharraf verhaftet

Ein Mann mit Brille und Anzug im Profil.
Einen Tag nach seiner Flucht aus einem Gericht ist Musharraf erneut festgenommen worden.

Die pakistanische Polizei hat am Freitag den ehemaligen Machthaber Pervez Musharraf in seinem Haus am Rande von Islamabad verhaftet. Wie die Polizei mitteilte, wurde er bereits einem Gericht vorgeführt. Später wurde ihm erlaubt, nach Hause zurückzukehren. Sein Anwalt Qamar Afzal sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Musharraf sei freiwillig vor Gericht getreten.

Musharraf wird Landesverrat vorgeworfen. Auch an der Ermordung von Premierministerin Benazir Bhutto soll er beteiligt gewesen sein. Musharraf war im März aus dem rund vierjährigen selbsterwählten Exil zurückgekehrt, um am 11. Mai bei der Parlamentswahl zu kandidieren. Der Comeback-Versuch dürfte mit seiner Festnahme nun aber vom Tisch sein.

Eine Zeitleiste von Pervez Musharrafs politischem Fall, von 2007 bis 2013.
Im pakistanischen Fernsehen war zu sehen, wie Musharraf von uniformierten Polizisten zu einem Gericht in Islamabad eskortiert wurde. Ein Richter habe zuvor einenHaftbefehl gegen den Ex-Präsidenten ausgestellt. Am Mittwoch floh er mithilfe seiner Leibwächter aus dem Gerichtssaal. Dem Versuch pakistanischer Polizisten, ihn vor dem Gerichtsgebäude festzunehmen, widersetzte er sich. Angeblich fuhr er zumindest kurzzeitig in sein Haus nahe Islamabad.

Mehrere laufende Verfahren

In Pakistan laufen mehrere Verfahren gegen Musharraf: Vor dem Verfassungsgericht eines wegen Landesverrats. Vor normalen Gerichten sind es Prozesse wegen seiner Rolle bei der Ermordung von Oppositionsikone Bhutto 2007, wegen des Todes eines Stammesführers und wegen der Verhängung des Hausarrests über Richter. Alle Vorwürfe fallen in die Zeit seiner Herrschaft. In letzterem Verfahren hatte das Gericht nun die Verlängerung der Kaution Musharrafs abgelehnt und die Festnahme angeordnet.

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