Politik
07.01.2012

Pakistan: Musharraf droht Haft

Bei seiner angekündigten Rückkehr nach Pakistan soll der frühere Präsident wegen mutmaßlicher Verstrickungen in die Ermordung von Benazir Bhutto verhaftet werden.

Der frühere pakistanische Präsident Pervez Musharraf soll bei seiner Rückkehr in sein Heimatland wegen mutmaßlicher Verstrickungen in die Ermordung der früheren Ministerpräsidentin Benazir Bhutto festgenommen werden. Ein Gericht habe bereits einen Haftbefehl ausgestellt, ein neuer sei nicht nötig, sagte Staatsanwalt Chaudhry Zulfaqar Ali am Samstag.

Stunden vor der Ankündigung seiner Festnahme erklärte Musharraf einem pakistanischen Nachrichtensender, er wolle im Laufe des Monats heimkehren, um an den kommenden Parlamentswahlen teilzunehmen. Seit 2008 lebte der Ex-Präsident in London und Dubai, nachdem Bhuttos Partei ihn zum Rückzug gezwungen hatte.

 

Bei Anschlag getötet

Bhutto kam 2007 bei einem Selbstmordanschlag nahe der Hauptstadt Islamabad ums Leben. Seinerzeit machte Musharraf die Taliban für den Anschlag verantwortlich. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft war er jedoch an dem Komplott beteiligt.

Musharraf leitet inzwischen die Allpakistanische Muslimische Liga, eine kleine Partei, die sich auf keine breite Basis stützen kann. Einige seiner Unterstützer verließen die Partei bereits. Ein Sprecher Musharrafs sagte, der Haftbefehl habe keinen juristischen Wert. "Wir haben diesen Haftbefehl vor Gericht angefochten", sagte er. In den kommenden Tagen werde der Ex-Präsident einen endgültigen Termin für seine Rückkehr nach Pakistan bekanntgeben, erklärte der Sprecher. "Er wird bald zurückkehren, um die Nation zu führen".