Politik | Ausland
16.03.2018

Ost-Ghouta: Armee fordert Zivilisten zur Flucht auf

Nach Angaben der Beobachtungsstelle für Menschenrechte setzte Russland nach der Massenflucht seine Luftangriffe auf Ost-Ghouta fort. Dabei seien am Freitag insgesamt mindestens 79 Zivilisten getötet worden

Die syrische Armee hat die in der umkämpften Rebellen-Enklave Ost-Ghouta lebenden Zivilisten zur Flucht aufgerufen. Das Oberkommando der Streitkräfte fordere die Zivilisten auf, das Gebiet über die Fluchtkorridore zu verlassen, hieß es in einer vom syrischen Staatsfernsehen verbreiteten Erklärung.

Nachdem am Tag zuvor bereits mehr als 13 000 Zivilisten aus dem Rebellengebiet Ost-Ghouta nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus geflohen waren, hätten am Freitagmorgen erneut knapp 2 000 Menschen das Gebiet verlassen, teilte das russische Außenministerium mit. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach sogar von knapp 20 000 Menschen, die Ost-Ghuta zuvor verlassen hatten.

UN-Generalsekretär António Guterres äußerte sich besorgt über die neuen Entwicklungen. Die Verzweiflung dieser Menschen sorge ihn sehr, sagte Guterres am Freitag. Er bedauere sehr, dass die vom UN-Sicherheitsrat geforderte Waffenruhe nach wie vor nicht umgesetzt sei.

Der UN-Sonderbeauftragte Staffan de Mistura warnte davor, die Waffenruhe als „Wahlmenü“ anzusehen. Sie könne nicht nur stückweise umgesetzt werden, sagte de Mistura, per Video aus Brüssel zugeschaltet, am Freitag dem Sicherheitsrat in New York.

Nach Angaben der Beobachtungsstelle setzte Russland nach der Massenflucht seine Luftangriffe auf Ost-Ghouta fort. Dabei seien am Freitag insgesamt mindestens 79 Zivilisten getötet worden. Aktivisten aus Ost-Ghouta berichteten der Deutschen Presse-Agentur, dass Kampfjets vier Raketen auf einen Markt abgefeuert hätten.