A military transport plane arrived at the Boryspil International Airport with 75 evacuated people from Afghanistan

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Politik Ausland
08/29/2021

Offenbar nur rund 100 Ortskräfte von Bundeswehr aus Kabul ausgeflogen

Laut ersten Zahlen zählen rund 500 Menschen zur Gruppe der Ortskräfte mit Familien.

Mit den Evakuierungsflügen der deutschen Bundeswehr wurden einem Zeitungsbericht zufolge offenbar nur wenige Ortskräfte aus Afghanistan in Sicherheit gebracht. Entsprechende erste Zahlen habe das deutschen Innenministerium in dieser Woche unter anderem im Bundestag präsentiert, berichtete die "Welt am Sonntag". Demnach befanden sich unter den bis Mitte der Woche etwa 4500 Ausgeflogenen nur knapp mehr als 100 Ortskräfte mit ihren Familien.

Insgesamt mache diese Gruppe rund 500 der 4.500 von Deutschland ausgeflogenen Menschen aus. Angesichts der unübersichtlichen Evakuierungen aus Kabul werde allerdings davon ausgegangen, dass sich mehrere Ortskräfte derzeit womöglich noch in anderen europäischen Ländern aufhielten. Eine Anfrage dazu habe das Innenministerium unbeantwortet gelassen, schrieb die "Welt am Sonntag". Nach Angaben des Auswärtigen Amts in Berlin wurden demnach mittlerweile 5.300 Menschen aus Kabul von Deutschland in Sicherheit gebracht.

Der SPD-Innenexperte Uli Grötsch kritisierte das CSU-geführte Innenministerium. "Dass im Zuge der Evakuierung bis Mitte der Woche nur über 101 gerettete Ortskräfte Gewissheit herrschte, ist ein Problem", sagte er der "Welt am Sonntag". Seit Monaten habe die SPD den Koalitionspartner von der Union dazu aufgefordert, "seiner Verantwortung gerecht zu werden". "Jetzt hoffe ich, dass wir möglichst vielen Ortskräften noch helfen können", fügte Grötsch hinzu.

Die deutsche Regierung steht massiv unter Beschuss, weil sie afghanische Ortskräfte und andere gefährdete Afghanen nicht schon vor der Machtübernahme der radikal-islamischen Taliban ausgeflogen hat. Am Donnerstag beendete die Bundeswehr ihre Evakuierungsflüge aus Kabul. Der Abflug der letzten Maschinen fand unmittelbar nach einem Selbstmordanschlag vor dem Kabuler Flughafen statt, bei dem nach Angaben ranghoher Vertreter der ehemaligen afghanischen Regierung mehr als hundert Menschen starben.

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