Netanjahu, Obama

© APA/EPA/ANDREW HARRER / POOL

Friedensgespräche
03/04/2014

Obama: Klare Worte an Netanjahu

Mit ungewohnter Kühle drängt Obama in den Nahost-Gesprächen auf einen Kompromiss.

Ein ungewöhnlich frostiger Wind wehte Benjamin Netanjahu in Washington entgegen. Schon vor dem Besuch des israelischen Premiers hatte US-Präsident Barack Obama seinem Gast eine äußerst kühle Botschaft gesendet. Netanjahu müsse selbst einen Plan B formulieren, wenn er sich nicht auf ein Friedensabkommen mit den Palästinensern einlassen wolle, so Obama in einem Interview der Zeitschrift "Bloomberg View". Schon bald könnten die USA die "internationalen Auswirkungen" nicht mehr bewältigen, falls die Palästinenser ihren Glauben an einen eigenen, unabhängigen Nachbarstaat Israels verlieren sollten.

Auch Netanjahu ließ es sich nicht nehmen, das Konfliktfeld sauber abzustecken, bevor der schwarze Geländewagen mit israelischer Flagge vor dem Portikus des West Wing vorfuhr. "Israel wird alles nötige tun, um unser Land zu beschützen", stellte sein Sprecher Mark Regev im CNN-Interview klar. Natürlich sei es zu wünschen, dass unter Führung von US-Chefdiplomat John Kerry eine Lösung erzielt werde. Doch die Palästinenser seien am Verhandlungstisch einfach nicht flexibel genug. Auch bei Kritik und Druck von außen müsse er "hart bleiben", sagte dann auch Netanjahu.

Abbas im Weißen Haus

Vor Journalisten bekräftigten beide ihre Freundschaft und sicherten sich gegenseitig Unterstützung zu. Doch hinter verschlossenen Türen dürfte Obama andere Töne angeschlagen haben. "Es wird von Tag zu Tag schwerer", hatte er im Vorfeld des Treffens geklagt, und Israel sei international isolierter als noch vor einigen Jahren. Zudem sei Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas der "womöglich moderateste Führer der Palästinenser aller Zeiten". Diese "seltene Eigenschaft" müsse ausgenutzt werden - schon in zwei Wochen will Obama ihn deshalb im Weißen Haus begrüßen.

Die vielen Hindernisse sind auch nach dem Treffen mit "Bibi" nicht aus dem Weg geräumt. Doch wie ein Abbas-Nachfolger aussehen könnte, will Washington lieber nicht abwarten. Oder wie Obama es formulierte: "Mit jedem voranschreitenden Jahr schließt sich das Fenster für einen Friedensvertrag ein Stück."

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