Politik | Ausland
27.04.2017

Nordkorea zielt in Propagandavideo auf Weißes Haus

Die Propaganda des nordkoreanischen Regimes läuft auf Hochtouren. Bei einem Besuch des japanischen Regierungschefs in Moskau wurde eine enge Zusammenarbeit bei der Entschärfung der Spannungen vereinbart.

Mitten in die Spannungen zwischen Nordkorea und den USA veröffentlichte die dem nordkoreanischen Regime nahestehende Website "Arirangmeari.com" ein kriegsbetontes Propagandavideo. Das zweieinhalb Minuten lange Video zeigt unter anderem Bilder von den riesigen Artillerie-Übungen, die das Regime vor wenigen Tagen abgehalten hat. In einigen Szenen werden US-Kriegsschiffe, Flugzeuge, Soldaten und auch das Weiße Haus ins Fadenkreuz genommen.

Nach einem explodierenden Flugzeugträger wird laut Übersetzung der Washington Post die Parole "Wenn der Feind den ersten Schritt zu Provokation und Invasion unternimmt" eingeblendet. Außerdem werden Parolen wie "Wir werden euch zeigen, wozu ein starkes Land fähig ist, das die Welt in nuklearer und Raketen-Technologie anführt" ausgegeben.

Der UN-Sicherheitsrat berät am Freitag (ab 16.00 Uhr MESZ) über den Konflikt um das nordkoreanische Atom-und Raketenprogramm. Bei der Sitzung soll UN-Generalsekretär Antonio Guterres das Gremium über die Lage informieren. Für die USA, die derzeit den monatlich rotierenden Vorsitz des Rats innehaben, nimmt Außenminister Rex Tillerson teil.

Ein greifbares Ergebnis der Sitzung wie eine Erklärung, Resolution oder gar die Verabschiedung neuer Sanktionen sei nicht geplant, hieß es von der US-Vertretung bei den Vereinten Nationen. Ratsmitglieder seien allerdings ermutigt worden, sich zur strikteren Umsetzung existierender und zur möglichen Einführung weiterer Sanktionen bereit zu erklären.

Russlands Präsident Wladimir Putin und der japanische Regierungschef Shinzo Abe haben Nordkorea zur Mäßigung aufgefordert, um den Atomkonflikt nicht weiter anzuheizen. Russland und Japan hätten eine enge Zusammenarbeit bei der Entschärfung der Spannungen vereinbart, sagten beide Politiker am Donnerstag nach Gesprächen in Moskau. Putin schlug vor, die internationalen Sechs-Parteien-Gespräche wieder aufzunehmen.

Der Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm hat sich zuletzt immer weiter hochgeschaukelt. Nordkorea erklärte, solange die USA ihre feindliche Aggression fortsetzten, werde es weiter Atom- und Raketentests unternehmen. US-Präsident Donald Trump hat einen Militärschlag nicht ausgeschlossen. Zu Wochenbeginn machte ein amerikanisches Atom-U-Boot in Südkorea fest. Ein Flugzeugträger nähert sich koreanischen Gewässern. Zudem treiben die USA den Aufbau eines Raketenabwehrsystems in Südkorea voran.