Politik | Ausland
14.09.2018

Niederlande: Spionageversuch gegen OPCW-Labor aufgeflogen

Agenten festgenommen. Sie hätten illegale Aktionen gegen "kritische Schweizer Infrastruktur" geplant.

Während sich in Moskau zwei von Großbritannien gesuchte mutmaßliche Killer des Militärgeheimdienstes GRU gegenüber dem Kreml-Auslandsorgan Russia Today erklärten, sickerte in der Schweiz sowie den Niederlanden eine andere brisante Info durch. Bereits im Frühjahr seien zwei mutmaßliche russische Spione aufgeflogen, berichteten Medien, die ein wichtiges Chemiewaffen-Labor in der Schweiz ausspionieren hätten wollen.

Es geht um das Labor Spiez. Dort werden im Auftrag der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OCPW) Proben aus Syrien aber auch zum Fall Sergej Skripal (der am 4. März im britischen Salisbury mit dem Nervengift Nowitschok vergiftete Ex-GRU-Spion) untersucht. Das Labor ist eines der wichtigsten Referenzlabore der OPCW. Die Beiden Männer seien im Frühjahr in Den Haag (die OCPW hat dort ihren Hauptsitz) aufgeflogen, in Folge aber an Russland ausgeliefert worden. Bei ihnen sei Spionageequipment gefunden worden. Aufgedeckt worden sei das Komplott im Rahmen einer gemeinsamen Aktion Schweizer, niederländischer und britischer Geheimdienste.

Die Nachricht kam just, nachdem am Donnerstag die beiden im Fall Skripal von Großbritannien gesuchten  Attentäter Russia Today ein interview gaben. Und das wiederum nur wenige Stunden, nachdem Russlands Präsident Wladimir Putin den beiden „Bürgern“ öffentlich den Rat gab, sich selbst zu den Vorwürfen zu äußern.

In dem Gespräch beteuern die beiden freilich, nichts mit dem GRU zu tun zu haben. Ihre Reisen nach Westeuropa (vor allem in die Schweiz) stellen sie als Geschäftsreisen (sie seien im Sportnahrungssektor tätig) oder auch Urlaubstrips dar (Genf sei wunderbar, und von dort sei es nicht weit zum Mont Blanc). Nach Salisbury seien sie auf Anraten von Freunden gereist, um die Kathedrale zu besichtigen. Sie erklären jedoch nicht, wieso sie sowohl für den 4. als auch 5. März Rückflugtickets hatten sowie andere Ungereimtheiten. Dass sie an zwei aufeinander folgenden Tagen nach Salisbury fuhren, erklären sie damit, dass am ersten Tag das Wetter so schlecht gewesen sei.