Politik | Ausland
13.10.2018

Nach Freilassung: US-Pastor trifft Trump

Erdogan sagt, die Freilassung von Brunson sei eine "unabhängige" Gerichtsentscheidung gewesen.

Nach seiner Freilassung aus türkischer Haft ist der US-Pastor Andrew Brunson in den Vereinigten Staaten eingetroffen. Brunson und seine Frau Norine seien am Samstag auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Andrews nahe der Hauptstadt Washington gelandet, erklärte Tony Perkins, der Leiter der konservativen christlichen Gruppe Family Research Council, der Brunson auf der Reise begleitet hatte.

Brunson war am Freitag nach monatelangem diplomatischen Tauziehen freigelassen worden. Ein Gericht in Aliaga bei Izmir hob den Hausarrest und die Ausreisesperre für den evangelikalen Geistlichen auf, am Freitagabend reiste er aus der Türkei aus. Noch am Samstagabend (MESZ) wollte US-Präsident Donald Trump ihn im Weißen Haus empfangen.

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan betonte in einer Twitter-Botschaft an Trump, es habe sich um eine "unabhängige" Gerichtsentscheidung gehandelt. Zuvor hatte sich Trump via Twitter bei Erdogan für Brunsons Freilassung bedankt. Dieser erklärte nun, er hoffe, dass die USA und die Türkei ihre Zusammenarbeit "auf eine Weise fortsetzen, die den beiden Verbündeten geziemt".

Die Inhaftierung des US-Pastors in der Türkei hatte zu einer schweren Krise mit den USA geführt. Brunson saß seit Oktober 2016 unter dem Vorwurf der Spionage und der Unterstützung einer Terrororganisation in türkischer U-Haft und ab Juli dieses Jahres in Hausarrest. Die türkischen Behörden warfen ihm Unterstützung der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und der Gülen-Bewegung vor. Der Pastor hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und seine Unschuld beteuert.