Der deutsche Außenminister Heiko Maas

© EPA/CLEMENS BILAN / POOL

Politik Ausland
10/07/2021

Mutmaßliche IS-Anhängerinnen aus Syrien nach Deutschland zurückgeholt

Acht Frauen und 23 Kinder sind in Frankfurt gelandet. Ein Großteil wurde in Haft genommen.

Die deutsche Regierung hat acht deutsche Frauen samt 23 Kindern aus Syrien zurückgeholt, die sich in der Vergangenheit mutmaßlich der Terrormiliz IS angeschlossen hatten. Die Maschine landete am Mittwochabend kurz vor Mitternacht auf dem Frankfurter Flughafen. Die Frauen sollen sich vor mehreren Jahren den sunnitischen Extremisten des "Islamischen Staats" (IS) angeschlossen haben.

Zuletzt lebten sie mit ihren Kindern in einem Gefangenenlager im Nordosten Syriens, der unter kurdischer Verwaltung steht. Ein Großteil der Rückkehrerinnen sei nach der Landung in Haft genommen worden, teilte Außenminister Heiko Maas mit.

Maas: "Die Kinder trifft keine Schuld"

"Die Kinder trifft keine Schuld an ihrer Lage", hob Maas in der Mitteilung hervor. Es sei daher "richtig, dass wir alles dafür tun, ihnen ein Leben in Sicherheit und einem guten Umfeld zu ermöglichen".

Deutschland hatte die Rückholung laut Maas gemeinsam mit Dänemark organisiert, das demnach 14 Kinder und drei Frauen aus Syrien zurückholte. Die USA leisteten laut Auswärtigem Amt logistische Unterstützung. Der Minister dankte beiden Partnerländern sowie der kurdischen Selbstverwaltung in Nordostsyrien. "Nicht nur für uns, sondern für alle Beteiligten war die Aktion ein Kraftakt", betonte der Minister.

Bei den zurückgeholten deutschen Kindern handelt es sich nach Angaben des Auswärtigen Amtes um "Fälle, die nach Einschätzung insbesondere auch der lokalen Stellen als besonders schutzbedürftig eingestuft" worden seien. Es seien Kinder mit Erkrankungen oder mit Sorgeberechtigten in Deutschland, sowie deren Geschwister und Mütter.

Österreich holte 2019 zwei Kinder der mutmaßlich verstorbenen Wiener IS-Anhängerin Sabina S. zurück. In dem Fall war den Großeltern das Sorgerecht übertragen worden. Das österreichische Außenministerium geht aktuell von rund einem Dutzend Personen mit österreichischer Staatsbürgerschaft in Nordostsyrien aus, rund die Hälfte davon sind Kinder.

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