Eine Nation trauert: Vor Nelson Mandelas Haus in Johannesburg legten zahlreiche Menschen Blumen, Briefe und Gedenkbilder nieder.

© Reuters/YVES HERMAN

Südafrika
12/08/2013

Millionen trauern um Nelson Mandela

Viele ausländische Staatsgäste reisen zur Gedenkfeier an - Heinz Fischer kommt nicht.

von Alexandra Uccusic

Drei Tage nach dem Tod ihres Nationalhelden und Ex-Präsidenten Nelson Mandela gedachten Millionen Südafrikaner in den Gotteshäusern des großen Anti-Apartheid-Helden. Präsident Jacob Zuma hatte seine Landsleute aufgerufen, den Sonntag als Tag der Trauer für „den größten Sohn der Nation“ zu begehen. Mandelas Tod sei „ein beispielloser Verlust für unser Land“, sagte Zuma bei einem Gottesdienst der Methodisten-Kirche von Bryanston, einem weiß geprägten Vorort von Johannesburg. Zuma wurde von Mandelas Ex-Frau Winnie und Mandelas Enkel Mandla begleitet.

Nicht nur in christlichen Kirchen, auch in Moscheen und Synagogen wurde des ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas gedacht, der das Land in die Demokratie geführt hatte. Mandela, der wegen seines Kampfes gegen die Apartheid 27 Jahre im Gefängnis verbracht hatte, war am Donnerstag nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 95 Jahren gestorben.

Bangen um Zukunft

Vor Mandelas Haus in Johannesburg legten zahlreiche Menschen Blumen und Briefe nieder. Südafrikas größte katholische Kirche in Soweto füllte sich mit Trauernden, die für Mandela – und für die Zukunft des Landes beteten. Viele Menschen fürchten, dass das Land nach dem Tod des Mannes, der für seinen Kampf gegen die Rassentrennung fast drei Jahrzehnte hinter Gittern verbracht hatte, in Gewalt versinken könnte. Noch sind die Südafrikaner vereint in Trauer um Mandela. Aber schon jetzt wird Verunsicherung spürbar.

Viele ausländische Staatsgäste haben ihre Teilnahme an den Trauerfeierlichkeiten angekündigt. Darunter sind US-Präsident Barack Obama und seine Ehefrau Michelle, die Ex-Präsidenten George W. Bush und Bill Clinton, der französische Staatspräsident Hollande, der britische Premier Cameron und UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. Der Papst lässt sich durch Kurienkardinal Peter Kodwo Appiah Turkson vertreten. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt nicht – Deutschland wird durch Bundespräsident Joachim Gauck vertreten.

Fischer kommt nicht

Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer reist ebenfalls nicht zu den Trauerfeierlichkeiten nach Südafrika. Er wird durch Bundesratspräsident Reinhard Todt vertreten. Sprecherin Astrid Salmhofer verwies auf die Koalitionsverhandlungen, die sich „im Endstadium“ befänden, sowie auf eine zeitliche Problematik, weil Fischer einen Termin in Lübeck absolviere. Dort soll er bei den Feiern zum 100. Geburtstag des 1992 verstorbenen deutschen SPD-Bundeskanzlers und Friedensnobelpreisträgers Willy Brandt die Festrede halten.

Die Gedenkfeier für Nelson Mandela findet im riesigen FNB-Stadion in Soweto statt. Von Mittwoch an soll der Leichnam dann drei Tage lang in Pretoria öffentlich aufgebahrt werden.

Beigesetzt wird der Nobelpreisträger am Sonntag im Familiengrab in Qunu. Hier werden 9000 Trauergäste erwartet. Vom Grab sieht man über Aloe-Felder bis zum Elternhaus Mandelas, wo der Nationalheld seine Kindheit verbrachte. Mandela schrieb in seinen Memoiren, dass die Zeit in Qunu zur glücklichsten seines Lebens gehörte.

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