Politik | Ausland
29.12.2017

Migranten versuchen über die Alpen nach Frankreich zu gelangen

In den vergangenen Tagen mussten mehrere Flüchtlinge gerettet werden, die versuchten, den Col de l'Echelle zu überqueren.

In der norditalienischen Bergortschaft Bardonecchia nördlich von Turin haben die italienische Polizei und die Bergrettung die Kontrollen verschärft. Sie wollen verhindern, dass Migranten trotz des Schnees über dem Col de l'Echelle versuchen, die Grenze von Italien nach Frankreich überqueren.

Zwölf Kilometer auf einer Höhe von 1.700 Meter müssen die Migranten zurücklegen, um von Bardonecchia aus Nevache in Frankreich zu erreichen. Mitten in den verschneiten Alpen sind in den vergangenen Tagen mehrere Flüchtende gerettet worden, als sie die Grenze von Italien nach Frankreich überqueren wollten, berichtete die Tageszeitung "La Stampa" am Freitag.

Sechs Asylsuchende hatten sich wenige Tage vor Weihnachten auf den verschneiten Wegen verirrt und um Hilfe gebeten. Die Bergrettung brachte die unterkühlten Migranten in Sicherheit. Einige von ihnen waren mit Jeans und Tennisschuhen unterwegs. "In Bardonecchia ist die Lage besorgniserregend. Migranten versuchen trotz des Schnees Frankreich zu erreichen. Wir müssen sie daran hindern, um Todesfälle zu vermeiden", sagte Luca Giaj Arcota, Präsident der Bergrettung im Piemont.

Bergrettung informiert über Gefahren

Der Bergrettung zufolge versuchen seit dem vergangenen Sommer immer mehr Migranten, von Bardonecchia aus die Alpen nach Frankreich zu überqueren. Um sie davon abzuhalten, würden die Migranten über die Risiken in den Bergen informiert.

In Bardonecchia sitzen Dutzende von Migranten fest. Sie wollen keine Zeit verlieren und trotzen dem Schnee, um so rasch wie möglich zu Freunden und Angehörigen in Frankreich zu gelangen. Auf einigen Bäumen und Felsen wurden rote Kreuze mit Spray gesprüht. Diese seien Wegweiser für Migranten, die trotz der Kälte den Weg über den Pass wagen, berichtete die Bergrettung.

In Bardonecchia, und in der Skiortschaft Oulx, die ebenfalls zum Startpunkt für die Grenzüberquerung geworden ist, stellten die Behörden Plakate in mehreren Sprachen auf, um vor der Überquerung des Alpenpasses zu warnen. "Die Berge sind im Winter gefährlich. Man riskiert wegen der extremen Kälte das Leben. Bitte wagen Sie die Überquerung nicht", heißt es auf dem Plakat in arabischer, französischer und englischer Sprache.