Politik | Ausland
18.07.2018

Mehrheit der Amerikaner missfällt Trumps Umgang mit Russland

US-Republikaner stehen in einer Umfrage aber weiter hinter ihrem Präsidenten. Trump: "Bin nicht pro-russisch, bin für niemanden".

Der Auftritt von US-Präsident Donald Trump nach dem Treffen mit Russlands Staatschef Wladimir Putin stößt einer Umfrage zufolge bei den amerikanischen Wählern mehrheitlich auf Missfallen. In einer Erhebung von Reuters und dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos erklärten sich 55 Prozent nicht damit einverstanden, wie Trump die Beziehungen zu Russland handhabt.

37 Prozent billigten das Vorgehen des Präsidenten. Die Umfrage zeigt zugleich allerdings eine breite Unterstützung unter Wählern der Republikaner. Hier liegt die Zustimmungsquote in der Angelegenheit bei 71 Prozent. Bei Wählern der oppositionellen Demokraten sind es dagegen lediglich 14 Prozent.

Trump rudert nach Kritik zurück: "Bin nicht pro-russisch"

Trumps Auftritt mit Putin in Helsinki war in den USA parteiübergreifend mitunter heftig kritisiert worden. Für Entrüstung sorgte vor allem, dass Trump ungeachtet der Erkenntnisse der US-Geheimdienste Russland von einer Einmischung in den US-Wahlkampf freisprach. Der US-Präsident ruderte schließlich zurück und gab an, sich bei der Pressekonferenz mit Putin falsch ausgedrückt zu haben.

US-Präsident Donald Trump ist dem Vorwurf entgegengetreten, er hege zu große Sympathien für Russland. "Ich bin nicht pro-russisch, ich bin für niemanden", sagte Trump am Dienstag in einem Interview des Senders Fox News. "Ich möchte nur, dass das Land (die USA) sicher ist."

Die USA und Russland kontrollierten 90 Prozent aller Atomwaffen, sagte Trump. Mit Russland auszukommen, sei deshalb eine gute Sache und keine schlechte. Auf die Frage, ob er Russland als größten Widersacher der USA sehe, sagte er: "Ich würde nicht einmal das Wort Widersacher benutzen. Wir können alle zusammenarbeiten." Es könne allen gut gehen und alle könnten in Frieden leben.

Trump erinnerte an die Rolle Russlands während des Zweiten Weltkrieges: "Russland hat 50 Millionen Menschen verloren und uns geholfen, den Krieg zu gewinnen."