Politik | Ausland
26.04.2017

2016 über 700.000 Asylbewerber in EU aufgenommen

Österreich verzeichnete mit 31.750 aufgenommenen Flüchtlingen eine Zuwachs von 79 Prozent. Die Anerkennungsrate ist mit 72 Prozent wesentlich höher als bei Schlusslicht Ungarn mit acht Prozent.

Die Staaten der Europäischen Union haben im Vorjahr 710.400 Asylbewerber aufgenommen, mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2015. Mit 31.750 aufgenommenen Asylbewerbern verzeichnete Österreich eine Zunahme von 79 Prozent. Die Alpenrepublik lag hinter Deutschland (445.2010), Schweden (69.350), Italien (35.450) und Frankreich (35.170), wie Eurostat am Mittwoch mitteilte.

Pro Einwohner gerechnet lag Österreich 2016 an dritter Stelle: Auf eine Million Einwohner kamen 3.655 positive Asylentscheidungen, EU-weit waren es nur 1.390. Mehr Asylbewerber haben im Verhältnis zur Bevölkerung nur Schweden (7.040 pro Million Einwohner) und Deutschland (5.420) aufgenommen.

Mehr als die Hälfte der Schutzberechtigten waren 2016 Syrer. Von den Asylbewerbern, denen ein Schutzstatus zuerkannt wurde, machten sie 57 Prozent aus. Dahinter folgten Iraker und Afghanen (jeweils neun Prozent) und Schutzsuchende aus Eritrea (fünf Prozent), Somalia und dem Iran (jeweils zwei Prozent). Von den 405.600 Syrern, die in der EU den Schutzstatus erhielten, wurden mehr als 70 Prozent in Deutschland (294.700) registriert.

In Österreich machten Syrer 59 Prozent aller erfolgreichen Asylbewerber aus. Dahinter folgten Afghanen (14 Prozent ) und Iraker (acht Prozent).

Von den 710.400 schutzberechtigten Asylbewerbern in der EU erhielten 389.670 den Flüchtlingsstatus, 263.755 bekamen subsidiären Schutz, und 56.970 konnten humanitäre Gründe für sich geltend machen. In Österreich erhielten von den 31.750 anerkannten Asylbewerbern 25.525 den Flüchtlingsstatus und 5.705 subsidiären Schutz.

Die Anerkennungsrate in erster Instanz betrug in der EU 2016 insgesamt 61 Prozent, in endgültigen Berufungsentscheiden wurden 17 Prozent positiv erkannt. In Österreich lagen die positiven Entscheidungen in erster Instanz mit 72 Prozent über dem EU-Durchschnitt, 40 Prozent wurden in der Berufung positiv entschieden. Die höchste Anerkennungsrate wiesen Malta und die Slowakei mit jeweils 83 Prozent auf, dahinter lagen die Niederlande und Österreich (72 Prozent). Am niedrigsten war die Anerkennung in Ungarn mit acht Prozent.