Politik | Ausland
11.12.2017

Mazedonien: Ex-Premier Gruevski legte Amt als Parteichef nieder

Ein neuer Chef der VMRO-DPMNE soll am 22. und 23. gewählt werden. Ex-Außenminister Poposki gilt als möglicher Nachfolger.

Der langjährige starke Mann der mazedonischen Politik, Ex-Premier Nikola Gruevski, zieht sich nun auch von der Spitze der nationalkonservativen VMRO-DPMNE zurück. Medienberichten zufolge soll am 22. und 23. Dezember ein neuer Parteichef gewählt werden. Gruevski war seit 2003 Parteichef, zwischen 2006 und 2016 war er Regierungschef.

Führungswechsel

Gruevski musste sein Amt damals wegen einer Korruptionsaffäre niederlegen. Bei vorgezogenen Parlamentswahlen im Dezember 2016 konnte sich seine Partei zwar als stärkste Kraft behaupten, doch wurde sie von einer Allianz der Sozialdemokraten mit mehreren Albanerparteien in die Opposition gedrängt. Im Oktober erlitt die VMRO-DPMNE, deren Anhänger den Machtwechsel mit einem Sturm aufs Parlament aufhalten wollten, bei Kommunalwahlen eine schwere Niederlage. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wurde in der Partei offen über einen Führungswechsel diskutiert.

Als potenzielle Kandidaten auf die Nachfolge von Gruevski gelten die beiden früheren Außenminister Nikola Poposki und Antionio Milososki sowie der Generalsekretär der VMRO-DPMNE, Hristijan Mickovski.