Politik | Ausland
19.12.2011

Massaker an Deserteuren in Syrien

Laut Menschenrechtsaktivisten erschossen Soldaten bis zu 70 Übergelaufene mit Maschinengewehren.

In Syrien sind nach einem Bericht von Menschenrechtsaktivisten am Montag Dutzende desertierende Soldaten erschossen worden. Diese hätten versucht, aus einem Stützpunkt der Armee zu fliehen und sich der Opposition anzuschließen, erklärte die Gruppe "Syrian Observatory for Human Rights" mit Sitz in Großbritannien. Einer der Überlebenden habe angegeben, Soldaten hätten mit Maschinengewehren auf die Flüchtenden geschossen und 60 bis 70 von ihnen getötet. Eine Bestätigung aus anderen Quellen lag zunächst nicht vor.

Syriens Staatschef Bashar al-Assad sieht sich seit Mitte März landesweiten Massenprotesten ausgesetzt. Die Sicherheitskräfte gehen brutal gegen die Opposition vor. Seit Beginn der Proteste kamen nach UNO-Schätzungen mehr als 5000 Menschen durch die Gewalt in Syrien ums Leben.

UNO-Resolution

Am Montag hat die UNO-Vollversammlung die Verletzung von Menschenrechten verurteilt. Die Resolution wurde mit 133 Stimmen angenommen. Elf Länder votierten dagegen, es gab 43 Enthaltungen. Der syrische UNO-Botschafter nannte die Resolution Teil einer "teuflischen" Verschwörung gegen sein Land.

Zuvor hatte das Regime noch einem Plan der Arabischen Liga zugestimmt, der ein Ende der Gewalt zum Ziel hat, wie der Nachrichtensender Al-Arabiya meldete.