Politik | Ausland
26.08.2017

Attentäter in Brüssel erschossen, Soldaten verletzt

Auch vor dem Buckingham Palace in London wurden zwei Polizisten verletzt.

Ein 30-jähriger Mann hat am Freitagabend im Zentrum von Brüssel zwei Soldaten mit einem Messer verletzt. Der Angreifer wurde niedergeschossen und starb nach Angaben der Staatsanwaltschaft an seinen Verletzungen. Nach belgischen Medienberichten soll er aus Somalia stammen und am Tatort "Allahu akbar" (Gott ist groß) gerufen haben.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte der dpa, die verletzten Soldaten seien nicht in Lebensgefahr. Das belgische Krisenzentrum ergänzte, die Lage sei unter Kontrolle. Die Staatsanwaltschaft bestätigte den Tod des Angreifers.

Der Hintergrund des Angriffs war zunächst unklar. Doch herrscht in Belgien die zweithöchste Terrorwarnstufe. Brüssel war im März 2016 Ziel schwerer islamistischer Anschläge. Damals hatten sich Selbstmordattentäter in der U-Bahn und am Flughafen in die Luft gesprengt und 32 Menschen getötet. Auf öffentlichen Plätzen und in der U-Bahn patrouilliert immer noch regelmäßig Militär.

Einzeltäter-These

Der Angreifer ging nach offiziellen Angaben gegen 20.15 Uhr am Boulevard Emile Jacqmain in der Innenstadt auf die Soldaten los. Diese waren zu dritt unterwegs, wie der örtliche Bürgermeister Philippe Close der Nachrichtenagentur Belga sagte. "Der Mann wurde schnell neutralisiert." Es habe sich um einen Einzeltäter gehandelt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft eröffneten die angegriffenen Soldaten das Feuer. Die beiden Militärangehörigen wurden im Gesicht und an der Hand verletzt, wie die Sprecherin sagte. Der Angreifer sei bisher nicht wegen terroristischer Aktivitäten bei der Polizei bekannt gewesen.

Ministerpräsident Charles Michel meldete sich ebenfalls über Twitter zu Wort und bekundete seine Unterstützung für das belgische Militär. Die Sicherheitskräfte blieben wachsam, schrieb er.

Angriff vor dem Buckingham Palace

Auch vor dem Buckingham-Palast in London hat ein Mann einen Messerangriff auf Polizisten verübt und ist daraufhin festgenommen worden. Der Mann sei gegen 20.35 Uhr Ortszeit (21.35 Uhr MESZ) vor dem Palast der britischen Königin Elizabeth II. "gestoppt" worden, teilte die Londoner Polizei am Freitagabend mit.

Zwei Polizisten seien bei dem Vorfall leicht am Arm verletzt worden. Sie mussten aber nicht ins Krankenhaus gebracht werden, sondern wurden vor Ort behandelt. Auf Fotos in sozialen Netzwerken war starke Polizeipräsenz vor dem Buckingham-Palast zu sehen. Die Ermittlungen dauerten am späten an, teilte Scotland Yard mit.

In Großbritannien waren in den vergangenen Monaten wiederholt islamistische Anschläge verübt worden. Ende März hatte ein mutmaßlich islamistischer Attentäter im Zentrum Londons fünf Menschen getötet. Am 22. Mai riss ein Selbstmordattentäter bei einem Pop-Konzert der US-Sängerin Ariana Grande in Manchester 22 Menschen mit in den Tod. Im Juni rasten drei Angreifer auf der London Bridge mit einem Lieferwagen in eine Menschenmenge. Anschließend stachen sie in einem angrenzenden Ausgehviertel wahllos auf Menschen ein. Sie töteten sieben Menschen und verletzten 48 weitere, bevor sie von der Polizei erschossen wurden.