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Malta: Regierende Labour Party vor historischem Wahlsieg

Eine vierte Regierungszeit der Sozialdemokraten in Folge steht bevor.
Menschenmenge jubelt und hält ein Transparent mit der Aufschrift „Partit Laburista“ sowie zahlreiche Kameras und Mikrofone.

Die regierende Labour Party von Ministerpräsident Robert Abela hat laut Hochrechnungen die vorgezogene Parlamentswahl in Malta gewonnen. Im Auszählungszentrum in Naxxar brach am Sonntag Jubel aus, als Beamte das Ergebnis verkündeten. An mehreren Orten der zur Europäischen Union gehörenden Mittelmeerinsel wurden Feuerwerkskörper gezündet. 

Abela hatte die ein Jahr vorgezogene Parlamentswahl im April ausgerufen.

Oppositionsführer Alex Borg von der Nationalistischen Partei sagte in einer Videobotschaft in den Sozialen Medien, er habe Abela angerufen, um seine Niederlage einzugestehen und ihm alles Gute zu wünschen. "Das Volk hat gesprochen, und wir müssen seinen Willen respektieren", erklärte Borg. Dies sei nicht das Ergebnis, das er sich gewünscht habe, aber niemand solle die Stimme für seine Partei bereuen.

Wie groß der Abstand zwischen den beiden Parteien ist, ist noch unklar. Die Auszählung aller Stimmen soll erst im Laufe des Tages abgeschlossen sein. Die Wahlbeteiligung lag offiziellen Angaben zufolge bei mehr als 87 Prozent.

Wahl vorgezogen

Der 48-Jährige begründete die vorgezogene Wahl damit, dass seine Regierung angesichts geopolitischer Krisen ein neues Mandat benötige, um den stark von Importen abhängigen Inselstaat zu schützen. Abela steht seit 2020 an der Spitze der maltesischen Regierung. Sein Vater George war von 1982 bis 1992 und von 2009 bis 2014 Staatspräsident. Vor Abela war Jospeh Muscat, ebenfalls Labour, ab 2013 zwei Perioden lang Regierungschef.

Labour setzte im Wahlkampf auf Kontinuität und verwies auf Maltas starke Wirtschaft als Beleg für ihre Regierungsfähigkeit. Die Nationalist Party von Borg (30) präsentierte sich als Kraft, die die Infrastruktur des Landes verbessern und Maltas Abhängigkeit von ausländischen Arbeitskräften verringern würde. Die Partei stellte Borg - Anwalt und "Mr.-World-Malta"-Gewinner von 2020 - als neuen, energiegeladenen Politiker dar, der das Land neu ausrichten könne.

Wirtschaftswachstum, aber Sorgen

Malta, der kleinste und am dichtesten besiedelte Mitgliedstaat der Europäischen Union, verzeichnete im vergangenen Jahr ein Wirtschaftswachstum von 4,0 Prozent. Die Wirtschaft ist stark von Tourismus, Onlineglücksspiel und Finanzdienstleistungen abhängig. Zugleich gibt es Sorgen über Korruption, zu starke Bebauung, steigende Belastungen für Infrastruktur und öffentliche Dienste sowie mögliche Folgen des Iran-Kriegs für Tourismus und Inflation.

Die Wahl hatte am Samstag stattgefunden. Die Stimmzettel wurden aber erst am Sonntag ausgezählt, nachdem sie über Nacht zum zentralen Auszählungszentrum nach Naxxar gebracht worden waren.

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