Politik | Ausland
01.06.2018

Mahrer über US-Strafzölle: "Wir dürfen uns nicht erpressen lassen"

Trump handle unverantwortlich, zeigt sich Wirtschaftsministerin Schramböck empört. Reaktionen aus Österreich.

Die US-Entscheidung, Importzölle auf Stahl und Aluminium aus der EU einzuheben, hat der neue Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer als "harte und in der Sache nicht gerechtfertigte Attacke auf den freien Welthandel" bezeichnet. Die EU müsse nun die europäischen Wirtschaftsinteressen verteidigen und werde Gegenmaßnahmen setzen. "Wir dürfen uns nicht erpressen lassen", so Mahrer. Europa sei hier gut vorbereitet und habe die Unterstützung der österreichischen Wirtschaft. "Niemand will einen Handelskrieg, denn ein solcher bringt am Ende nur Verlierer."

 "Die EU möchte keinen Handelskrieg mit den USA, bei dem am Ende nur beide Seiten verlieren", betonte Bundeskanzler Sebastian Kurz in einer ersten Stellungnahme am Donnerstag. Wenn die USA nun aber bedauerlicherweise diesen Weg beschritten, müsse die EU mit Gegenmaßnahmen und in der WTO reagieren.

Schramböck: "Unverantwortlich"

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) reagierte empört: "Mit den USA verbinden uns seit vielen Jahren enge Wirtschaftsbeziehungen - dass US-Präsident Trump diese mit der Verhängung von Strafzöllen aufs Spiel setzt, ist unverantwortlich", sagte sie am Donnerstag.

Industrie für hartes Weiterverhandeln

Auch die Industriellenvereinigung (IV) bedauert die US-Entscheidung. Sie spricht sich für die Fortführung harter, aber konstruktiver Verhandlungen aus. "Unlautere Praktiken wie diese sind zu verurteilen", teilte IV-Generalsekretär Christoph Neumayer mit. Einer sachlich agierenden US-Administration müsste klar sein, dass diese Art Handelspolitik auch negative Auswirkungen auf ihre eigene Wirtschaft habe.

Weitere Eskalationen mit Österreichs zweitwichtigster Exportdestination sollten verhindert werden. "Daher müssen im Interesse der transatlantischen Beziehungen und unserer an sich hervorragenden Wirtschaftspartnerschaft trotz alledem konstruktive Verhandlungen fortgeführt werden", so Neumayer.