Macrons Atomkurs hält nicht, was er verspricht

Macrons Atomkurs hält nicht, was er verspricht
Der Präsident setzt weiter auf Strom aus AKW. Doch diese schwächeln, nur jedes zweite ist in Betrieb – mit potenziell dramatischen Folgen im Winter.

aus Paris Simone Weiler

Selten ließ Emmanuel Macron in den vergangenen Jahren eine Gelegenheit aus, um die Vorzüge der Nuklearenergie zu preisen. "Frankreich hat eine historische Chance, das ist die Atomkraft", sagte er etwa im Juli 2021. Diese Energieform sei zuverlässig und CO2-arm.

Im Februar dieses Jahres kündigte der französische Präsident sogar ein "Wiederaufblühen" der Branche an: Sechs neue Reaktoren sollten entstehen und der Bau von acht weiteren geprüft werden, darüber hinaus würden die Laufzeiten der bestehenden Kraftwerke wenn möglich verlängert.

Macron folgte damit dem eingeschlagenen Weg aller seiner Vorgänger mit Ausnahme des Sozialisten François Hollande, der den Anteil der Atomenergie in Frankreichs Energiemix von 70 auf 50 Prozent reduzieren wollte. Ein Ziel, das Macron bald revidiert hat.

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