Politik | Ausland
22.01.2013

Lopatka will Westbalkan rasch in die EU aufnehmen

"Für Stabilität in der Region braucht es eine EU-Beitrittsperspektive", sagt der Außenamts-Staatssekretär.

Außenamts-Staatssekretär Reinhold Lopatka will die EU-Erweiterung am Westbalkan zügig voran treiben. „Wir müssen achtgeben, dass nicht ein Vakuum in dieser Region entsteht, das nicht europäisch gefüllt wird“, sagt er zum KURIER. „Russland hat massive Interessen, ebenso die Türkei und arabische Staaten. Der Westbalkan gehört aber eindeutig zur EU.“ Nur durch Beitrittsverhandlungen könnte man einen „Anreiz schaffen für Reformen, die sich an der europäischen Wertehaltung orientieren“. Sonst könnte es zu negativen Entwicklungen kommen: „Wenn wir sehen, was in Mali passiert, müssen wir aufpassen, dass nicht in unmittelbarer Nähe zu uns eine ähnliche Situation entsteht. Für Stabilität in der Region braucht es eine EU-Beitrittsperspektive.“

Mit Montenegro wird seit 2012 verhandelt; Serbien und Mazedonien sollen heuer dazukommen. Das Trio könnte bis 2020 beitreten; dann wären Albanien, Bosnien-Herzegowina und der Kosovo an der Reihe.

An den finanziellen Kosten dürfe die Erweiterung nicht scheitern, sagt Lopatka: „Ohne Beitritt dieser Staaten würden die politischen und Sicherheitskosten ein Vielfaches betragen.“