Politik | Ausland
06.06.2017

Londons Bürgermeister Sadiq Khan fordert Absage von Trump-Besuch

Nach mehreren Tweets des US-Präsidenten fordert Londons Bürgermeister nun eine Absage von Donald Trumps geplantem Großbritannien-Besuch.

Während in London auf Hochtouren versucht wird den Terroranschlag zu rekonstruieren, alle Beteiligten zu identifizieren und eigene Fehler auszuloten, twittert der mächtigsten Mann der Welt - Donald Trump - fleißig drauf los. Nachdem er bereits kurz nach dem Anschlag losfeuerte, kritisierte er gestern Abend erneut Londons Bürgermeister Sadiq Khan. Auf Twitter sprach er von einer "armseligen Ausrede" Khans. Dieser müsse jetzt schnell über seine Aussage nachdenken, es gebe keine Grund zur Panik. Bereits am Sonntag hatte sich Trump kritisch zu Khan geäußert.

Keinen "roten Teppich ausrollen"

Das lässt Khan nicht auf sich sitzen und erwidert: "Zu einer Zeit, in der die Politik des US-Präsidenten gegen alles geht, wofür wir stehen, sollten wir ihm nicht den roten Teppich ausrollen". Die "besondere Beziehung" zu den USA sei wie die zu einem engen Freund - den spreche man auch darauf an, wenn er falsch liegt. "Und Donald Trump liegt in vielen Dingen falsch."

Trumps Sprecherin spielt Tweets runter

Trumps Sprecherin Sarah Sanders sagte dazu, Trump suche mitnichten Streit mit Khan. Das Thema werde von den Medien lediglich aufgebauscht.
Sanders sagte auch, es gebe angesichts der weltweiten Lage sehr wohl Grund, alarmiert zu sein. Das weicht von der bisherigen Linie von US-Regierungen ab, angesichts einer womöglich kritischen Lage zwar zu Wachsamkeit, aber vor allem zu Ruhe und Besonnenheit aufzurufen.

May lobt Khan

Die britische Premierministerin Theresa May hatte Khan zuvor "exzellente Arbeit" attestiert. Khan selbst hatte sich sehr klar zu den Urhebern der Anschläge geäußert. "Wir werden diese Feiglinge nie gewinnen lassen, und wir werden uns nie vom Terrorismus einschüchtern lassen", betonte er.