Die konservative Allianz von Nicolas Sarkozy hat dem FN jetzt das Pr├Ądikat ÔÇ×Erste Partei FrankreichsÔÇť entrissen...

┬ę REUTERS/GONZALO FUENTES

Frankreich

Sarkozy, Le Pen und SP bewahren Chancen

Analyse: Bei Frankreichs Lokalwahlen gab es nur Gewinner.

von Danny Leder

03/23/2015, 05:00 PM

Vordergr├╝ndig gab es im ersten Durchgang der Departement-Wahlen am Sonntag nur Gewinner: an erster Stelle firmiert Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy. Sein konservativ-liberaler Oppositionsblock kam mitsamt weiterer b├╝rgerlicher Verb├╝ndeter auf 36 Prozent und d├╝rfte im zweiten Wahlgang n├Ąchsten Sonntag eine breite Mehrheit der Departement-Vorsitze (voraussichtlich 60 von insgesamt 101) erlangen (mehr dazu lesen Sie hier).

Die Linke, die bisher ├╝ber die Mehrheit der Departements (60) verf├╝gte, wird wohl ├╝ber ein Drittel ihrer Sitze verlieren. Ihr Stimmenanteil blieb aber unglaublich hoch im Vergleich zu den verheerenden Umfrage-Ergebnissen f├╝r die sozialistische Staatsf├╝hrung und den EU-Wahlen im Vorjahr, als die SP unter 14 Prozent gesackt war. Diesmal errang die SP 21,85 Prozent, weitere 7 Prozent entfielen auf nahestehende Listen. Rechnet man Gr├╝ne und KP dazu, kam die Linke insgesamt sogar auf 36 Prozent.

FN hielt Rekordergebnis

Der ÔÇ×Front NationalÔÇť (FN) von Marine Le Pen hielt sein bei den EU-Wahlen erzieltes Rekordergebnis von 25 Prozent. In 20 Departements kam der FN sogar auf rund 30 Prozent. Das ist umso beachtlicher, als Nahbereichswahlen f├╝r den FN Neuland sind. Die Rechtspartei verf├╝gt nur selten ├╝ber lokale Verankerung und sandte daher vielfach unbekannte, oft auch nichtans├Ąssige Kandidaten ins Rennen. Freilich verlor der FN jetzt das Pr├Ądikat ÔÇ×Erste Partei FrankreichsÔÇť, das er seit den EU-Wahlen als Markenzeichen voran getragen hatte.

Die konservative Allianz von Sarkozy, die dieses Pr├Ądikat dem FN wieder entrissen hat, wurde durch die langj├Ąhrige Verankerung und Vertrautheit ihrer Kandidaten gerade im l├Ąndlichen Raum gegen├╝ber den rechten Newcomern beg├╝nstigt. Dieser Startvorteil f├╝r Sarkozy d├╝rfte aber bei k├╝nftigen Wahlen nicht mehr gelten. Au├čerdem versuchte Sarkozy durch scharfe Ansagen, die im eigenen Lager umstritten waren, Le Pen quasi rechts zu ├╝berholen: so forderte er ein Verbot des islamischen Kopftuchs an den Unis und unterst├╝tzte die Entscheidung von B├╝rgermeistern, in Schulkantinen die fleischlosen Alternativ-Speisen zu Schweinefleisch-Men├╝s zu streichen ÔÇô eine Ma├čnahme, die muslimische Kinder aus den Schulkantinen vertreiben k├Ânnte.

Insgesamt zeigen die Resultate, dass alle vorzeitigen Prognosen f├╝r Frankreichs Polit-Zukunft und namentlich die vom Front National gestreuten Siegesprophezeiungen f├╝r die Pr├Ąsidentenwahlen 2017 illusorisch sind.

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